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Kovalevskaja-Preis für Zellforscherin

Dr. Doris Hellerschmied von der Yale University erhält den Sofja Kovalevskaja-Preis. Die Biochemikerin erforscht die Auswirkungen des Alltagsstresses auf menschliche Zellen.

Hellerschmied gehört zu den diesjährigen Preisträgern des Sofja Kovalevskaja-Preises der Alexander von Humboldt-Stiftung. Das Preisgeld in Höhe von 1,65 Mio. Euro soll in den Aufbau einer eigenen Arbeitsgruppe an der Universität Duisburg-Essen (UDE) fließen. Die 33-Jährige forscht dort im Zentrum für Medizinische Biotechnologie (ZMB). Sie will herausfinden, wie Alltagsstress die menschlichen Zellen beeinflusst und durch welchen Mechanismus die Entstehung neurodegenerativer Krankheiten begünstigt wird. Die Forscherin untersucht hierfür speziell den Golgi-Apparat, welcher unter normalen Bedingungen ausgewählte Proteine ordnungsgemäß sortiert und verarbeitet. Hellerschmied beobachtet in ihren Experimenten, wie dieser Apparat unter Stresssituationen funktioniert. Dieser Zellstress begünstigt das Auftreten neurodegenerativer Krankheiten, bei denen Zellen im zentralen Nervensystem absterben.

„In Versuchen mit dem Golgi konnten wir bereits durch die Entfaltung von Proteinen Stress auslösen und zeigen, dass sie danach aus dem Teil der Zelle entfernt werden“, so die Biochemikerin. Falsch zusammengesetzte Proteine werden abgebaut, während nicht gefaltete Proteine sich mit sogenannten Chaperonen zusammenschließen, die den Proteinen bei ihrer Faltung helfen.

Hellerschmied studierte und promovierte in Wien und arbeitete dort zunächst als Postdoc am Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMPF). Seit 2015 ist sie Postdoc an der Yale-Universität in New Haven (USA).

Der Sofja Kovalevskaja-Preis wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert. Mit 1,65 Mio. Euro gehört er zu den höchst dotierten deutschen Wissenschaftspreisen. Die ausgezeichneten Forscher erhalten die Möglichkeit, fünf Jahre lang mit ihrer eigenen Arbeitsgruppe ein Forschungsprojekt zu verfolgen.

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