PERSONALIA
Foto: Axel Griesch/MPI für Biochemie

Lasker Award für Axel Ullrich

Der ehemalige Direktor des Max-Planck-Instituts für Biochemie in Martinsried, Prof. Dr. Axel Ullrich, gehört zu den Preisträgern des diesjährigen Lasker Awards, der höchsten US-amerikanischen Auszeichnung im Bereich Biomedizin.

Gemeinsam mit H. Michael Shepard (ehemals Genentech) und Dennis J. Slamon (University of California, USA) entwickelte Ullrich Herceptin, den ersten monoklonalen Antikörper gegen Krebs. Wissenschaftler hatten Mitte der 70er Jahre entdeckt, dass bestimmte mutierte Gene zur Krebsentstehung führen. Sie vermuteten, dass die Ausbreitung des Tumors verhindert werden kann, wenn diese Krebsgene oder die Proteine, für die sie kodieren, bekämpft werden. Der von Ullrich und seinen Kollegen Shepard und Slamon entwickelte Antikörper Herceptin erwies sich in Studien als wirksam. In Kombination mit einer Chemotherapie verlängerte er das progressionsfreie Überleben sowie das Gesamtüberleben bei Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs deutlich. Damit entwickelte das Trio nicht nur eine wirksame Strategie zur Tumorbehandlung. Es legte auch die Basis für den Einsatz von Antikörpern in der Krebsbehandlung. 1998 wurde der humanisierte monoklonale Antikörper, der in Mäusen erzeugt wird, von der FDA zugelassen.

Ulrich war nach dem Biochemie-Studium in Tübingen und der anschließenden Promotion in Heidelberg als PostDoc im Jahr 1975 an die University of California gewechselt. Vier Jahre später ging er zu Genentech und baute dort das Forschungsprogramm zur molekularen Biologie von Wachstumsfaktoren und ihren Rezeptoren auf. 1988 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde Leiter der Abteilung Molekularbiologie und Direktor am MPI für Biochemie. Seit November 2016 ist dort emeritiertes wissenschaftliches Mitglied.

Der Lasker DeBakey Clinical Medical Research Award wird von der 1942 gegründeten Lasker-Stiftung vergeben. Er ist mit 250.000 US-Dollar (etwa 227.000 Euro) dotiert.

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