PERSONALIA
Foto: Irene Böttcher-Gajewski / Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie

Louis-Jeantet-Preis für Medizin 2021

Den Leibnizpreis hat Patrick Cramer bereits erhalten und auch die Otto-Warburg-Medaille. Nun kam eine weitere Auszeichnung hinzu: der Louis-Jeantet-Preis für Medizin 2021.

Prof. Dr. Patrick Cramer, seit 2014 Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen, erhielt Ende Januar den Louis-Jeantet-Preis für Medizin. Geehrt wurde er für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Gentranskription. Dabei kopieren lebende Zellen ihre Gene, und diese Kopien werden dann zur Bauanleitung für die Proteinproduktion. Am Beginn der Pandemie hatten Cramer mit seinen Kollegen vom MPI aufgeklärt, wie das Coronavirus sein RNA-Erbgut, das aus rund 30.000 RNA-Bausteinen besteht, verdoppelt. Und sie konnten erklären, warum der Hoffnungsträger Remdesivir, die virale Polymerase während des Kopiervorganges zwar stört, sie aber nicht komplett ausschaltet.

„Patrick Cramer hat die Strukturen vieler dieser zellulären Kopiermaschinen erstmals in atomarer Auflösung sichtbar gemacht. Er konnte aufklären, wie die RNA-Polymerasen die genetische Information übersetzen, und zeigte, wie sie dabei im Team mit anderen Proteinkomplexen zusammenarbeiten. Dank seiner richtungsweisenden Forschung können wir die Gentranskription heute im molekularen Detail verstehen. Es ist großartig, dass seine herausragenden Erfolge nun mit dem Louis-Jeantet-Preis ausgezeichnet werden“, so Marina Rodnina, Geschäftsführende Direktorin am MPI für biophysikalische Chemie.

Der Preis wird jährlich von der Schweizer Louis-Jeantet-Stiftung in den Bereichen Medizin und Translationale Medizin vergeben und ist mit 500.000 CHF (etwa 462.000 Euro) dotiert, die größtenteils in die weitere Forschung von Cramer und seinen Kollegen fließen sollen.

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