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Foto: DKFZ

Meyenburg-Preis 2019

Benjamin L. Ebert erhielt Anfang November den mit 50.000 Euro dotierten Meyenburg-Preis der gleichnamigen Stiftung.

In der Laudatio von Stefan Fröhling (Vorstand der Meyenburg-Stiftung und Direktor des NCT Heidelberg) heißt es, die Arbeit des kreativen und vielseitigen Wissenschaftlers hätte nicht nur zu einem besseren Verständnis von Krebserkrankungen geführt, sondern habe darüber hinaus unmittelbare diagnostische und therapeutische Auswirkungen. So konnte Ebert, der am Dana-Farber Cancer Institute in Boston arbeitet, das prämaligne Syndrom identifizieren. Die Betroffenen haben zwar keinen Blutkrebs, weisen aber Mutationen im Blut auf. Diese Genmutation in Blut- und Knochenmarkzellen führt zu zehnfach höherem Blutkrebsrisiko im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung, zu einem früheren Tod und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt ebenfalls. Das Wissen um das „CHIP-Syndrom“ (clonal hematopoiesis of indeterminate potential) macht nun eine engmaschige Überwachung dieser Risikopatienten möglich sowie deren frühzeitige Behandlung. Außerdem konnte Ebert die Wirkungsweise von Lenalidomid aufklären, das erfolgreich gegen bestimmte Formen des multiplen Myeloms eingesetzt wird. Es sorgt dafür, dass der Tumor nicht weiterwächst, weil bestimmte krebstreibende Transkriptionsfaktoren in der Zelle abgebaut werden. Aus diesen Erkenntnissen entstand ein neues Forschungsfeld: Wissenschaftler sind nun auf der Suche nach Wirkstoffen, die krebstreibende Proteine abbauen können.

Die Meyenburg-Stiftung ist am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg angesiedelt. Sie vergibt jährlich ihren hochdotierten Wissenschaftspreis. Zahlreiche Meyenburg-Preisträger sind inzwischen Nobelpreisträger, unter ihnen zum Beispiel auch Stefan Hell.

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