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Foto: ©Christian Urban, Universität Kiel

Möbius-Preis für Mikrobiomforscher

Prof. Dr. Martin Blaser von der Rutgers University in New Jersey setzt sich seit Jahren für den Erhalt der mikrobiellen Vielfalt ein. Dafür erhielt er nun den Möbius-Preis.

Ausgezeichnet wurde Blaser für sein Lebenswerk, das entscheidend dazu beitrug, den Einfluss der Mikroben, die den menschlichen Körper besiedeln, auf den Gesundheitszustand zu verstehen. Das menschliche Mikrobiom hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Es ist mittlerweile aufgrund intensiver Antibiotikanutzung und der Hygienestandards in der westlichen Welt bedeutend artenärmer und weniger divers – laut Blaser die Ursache für zivilisatorische Erkrankungen wie Diabetes, Morbus Crohn oder chronische Entzündungskrankheiten. Ziel des Arztes und Mikrobiologen sowie seiner Mitstreiter ist es deshalb, Mikroorganismen, die für die menschliche Gesundheit wichtig sein könnten, zu sammeln und zu konservieren, damit Biologen und Mediziner zu Forschungszwecken künftig darauf zurückgreifen können. Das internationale Projekt, das im kommenden Jahr beginnt, heißt Microbiota Vault und ist vergleichbar mit dem Global Seed Vault im norwegischen Spitzbergen. Dort sind die Samen von wichtigen Nutzpflanzenarten eingelagert.

Der Möbius-Preis (Karl August Möbius-Fellowship) wird vom Sonderforschungsbereich 1182 ‚Entstehen und Funktionieren von Metaorganismen‘ der Christan-Albrechts-Universität zu Kiel vergeben. Er ist mit 10.000 Euro dotiert. Der Preisträger erhält die Möglichkeit, in den Laboren des SFB 1182 zu arbeiten. Vorschlagsberechtigt sind alle Mitglieder des Sonderforschungsbereichs.

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