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Foto: MPI für Entwicklungsbiologie

Otto-Bayer-Preis für Mikrobiomforscherin

Prof. Dr. Ruth Ley gilt als Mitbegründerin der Mikrobiomforschung. Sie erhielt in diesem Jahr den Otto-Bayer-Preis für ihre Pionierleistungen auf dem Gebiet. Ley hatte entdeckt, dass menschliche Darmbakterien eine wichtige Rolle bei Stoffwechselstörungen spielen.

Seit Sommer 2016 ist Ruth Ley Direktorin der Abteilung für Mikrobiomforschung am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen. Ihr Forschungsschwerpunkt ist das Darmmikrobiom und sein Einfluss auf die menschliche Gesundheit, denn es unterstützt die Verdauung, beeinflusst das Immunsystem und schützt vor Krankheitserregern. Ley konnte zeigen, dass Personen mit Übergewicht ein verändertes Darmmikrobiom haben, das den Energiehaushalt beeinflussen kann. Und ihre Untersuchungen an Zwillingen ergaben, dass einige Mikroben der Darmflora vererbt werden können, insbesondere solche, die häufiger im Darm normalgewichtiger Personen vorkommen. Eine Anreicherung dieser Mikroben führt dazu, dass die Fettzunahme reduziert wird. Das ergab die Transplantation humaner Darmbakterien in Mäuse. Ihre Erkenntnisse könnten zu neuen Wirkostoffen für die Behandlung von Stoffwechselstörungen führen.

Die Auszeichnung wird seit 1984 von der Bayer Science & Education Foundation in Erinnerung an den ehemaligen Forschungsleiter (nicht verwandt mit dem Firmengründer) der Bayer AG vergeben. Sie ist mit 75.000 Euro dotiert.

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