PERSONALIA
Foto: © Magdalena Jooss, München

Paul-Ehrlich-Stiftung: Nachwuchspreis 2019

Dr. Dorothee Dormann wurde Mitte März in Frankfurt am Main mit dem Paul Ehrlich und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreis 2019 ausgezeichnet. Der Preis ist mit 60.000 Euro dotiert, die für die weitere Forschungsarbeit eingesetzt werden sollen.

Dormann (42) erhielt die renommierte Auszeichnung für ihre Arbeiten zur Entstehung der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) und der Frontotemporalen Demenz (FTD). Beide Krankheiten betreffen das Nervensystem und gehen auf Proteinablagerungen in Gehirnzellen zurück – sie zeigen jedoch ganz unterschiedliche Symptome. Wie die Ablagerungen entstehen, das beschäftigt die promovierte Biochemikerin, die seit 2007 an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München forscht. Sie fand heraus, dass zwei Proteine (FUS und TDP-43) aufgrund von Mutationen aus dem Zellkern ausgesperrt werden. Bei Stress landen sie in sogenannten Stress-Granula. Dort speichert die Zelle normalerweise Moleküle, die nicht zur Bewältigung der Stresssituationen  – wie Sauerstoffmangel oder der Einfluss schädlicher Substanzen – gebraucht werden. Sie bleiben sicher verwahrt, bis der Stress vorbei ist, und werden dann weiterverwendet. Bei FUS und TDP-43 ist das jedoch nicht der Fall – sie bilden distinkte Tropfen, die zu stabilen Proteinablagerungen werden. Die genauen Abläufe erforscht Dorothee Dormann. Dafür wurde sie 2014 bereits mit dem Heinz Maier Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet.

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