PERSONALIA

Robert-Koch-Medaille in Gold für Kai Simons

Mit der Robert-Koch-Medaille in Gold wurde Anfang November Prof. Dr. Kai Simons für sein Lebenswerk geehrt.

Die gemeinnützige Robert-Koch-Stiftung vergibt die Auszeichnung jährlich an renommierte Wissenschaftler, die mit ihrer langjährigen Forschung zum Kampf gegen Infektions- und andere Volkskrankheiten beitragen.

Simons wurde nach dem Studium der Medizin in Helsinki, einem Postdoc-Aufenthalt an der Rockefeller University in New York und einer Tätigkeit als Forschungsrat für Medizin an der Universität Helsinki, 1975 Gruppenleiter am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) in Heidelberg, wo er das Zellbiologieprogramm initiierte. 2001 erfolgte sein Wechsel nach Dresden. Dort baute er als Gründungsdirektor das neue Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik mit auf.

In seiner Forschung beschäftigt sich Simons mit membranbildenden Lipiden. So entdeckte der mehrfach ausgezeichnete Wissenschaftler die "Lipid Rafts", die sich in der Lipidoppelschicht der Zellmembran zu flüssigen Plattformen zusammenschließen und unter anderem Einfluss auf die Signaltransduktion haben. Ihren Namen leitete er von den Baumflößen (drafts) finnischer Holzarbeiter ab, an die ihn die inselartigen Strukturen in der Lipiddoppelschicht erinnerten. Außerdem stellte er fest, dass zahlreiche Viren mit Hilfe von Lipid Rafts in ihre Wirtszellen eindringen oder sie wieder verlassen. Simons gehört zu den Gründern der Lipotype GmbH, deren Geschäftsführer er ist, und zu den Gründern der Jado Technologies, beide mit Sitz in Dresden. Außerdem ist er Mitglied der Fachbeiräte von Biogen und Sanofi.

 © transkript.de/MaK Foto: Robert-Koch-Stiftung