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Robert-Koch-Medaille

Für sein Lebenswerk erhält der Infektiologe Prof. Dr. Thomas F. Meyer im November eine der wichtigsten wissenschaftlichen Auszeichnungen in der Infektionsmedizin: die Robert-Koch-Medaille.

Meyer erforscht die molekularen Mechanismen bakterieller und viraler Infektionen sowie die Rolle der Wirtszellen dabei. Außerdem arbeitet er an der Entwicklung oraler Lebendimpfstoffe. Ein besonderer Fokus liegt auf der wirtsgerichteten Therapie bei Infektionen. Schon lange vertritt der Infektiologe die Ansicht, dass Infektionserreger auch durch eine Blockade der menschlichen Zellen (der Wirtszellen) ausgeschaltet werden können, nicht nur durch die medikamentöse Behandlung der Erreger selbst – eine weitere Therapiemöglichkeit neben dem Einsatz von Antibiotika und Impfstoffen.

Des weiteren erforscht Meyer die Rolle bakterieller Krankheitserreger bei der Entstehung von Krebs. Erst kürzlich konnte eine internationale Forschergruppe unter seiner Leitung belegen, dass Bakterien an der Entstehung von Magen- und Darmkrebs beteiligt sind. Sie fand den genetischen Fingerabdruck eines Toxins des Bakterieriums Escheria Coli in Darmkrebspatienten. Ihre Erkenntnisse veröffentlichten die Wissenschaftler Anfang Juni in nature medicine. Die Forschungen auf diesem Gebiet wird Meyer ab September in den kommenden fünf Jahren als Seniorprofessor an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel weiterführen. Gefördert wird er dabei mit Mitteln des Europäischen Forschungsrates (ERC).

Derzeit ist Meyer Direktor am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin, wo er die Abteilung Molekulare Biologie leitet. Er gehörte Mitte der neunziger Jahre zu den Wissenschaftlern, die die Gründung des MPI für Infektionsbiologie vorantrieben.

Die Verleihung der Medaille ist für Mitte November in Berlin geplant. Die Auszeichnung wird jährlich von der gemeinnützigen Robert-Koch-Stiftung vergeben.

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