PERSONALIA

Robert Pfleger-Forschungspreis 2016

Prof. Dr. Matthias Schwab wurde Mitte Juli für seine wegweisenden Arbeiten zur individualisierten Medizin mit dem Forschungspreis der Doktor Robert-Pfleger-Stiftung geehrt.

Schwab gilt als Experte und Vorreiter auf dem Gebiet der Pharmakogenetik. Er erforscht, welchen Einfluss die genetische Veranlagung von Patienten auf die Arzneimittelwirkung hat. Die Erbsubstanz kann die Wirkung von verordneten Medikamenten in bestimmten Fällen so verändern, dass die Arzneimittel eher schaden als nutzen. Dank seiner wissenschaftlichen Arbeit und seines großen Engagements gelang es, in der klinischen Praxis einen Routinetest zu etablieren, der es möglich macht, das geeignete Medikament in der passenden Dosis festzulegen. Eingesetzt wird dieser Test zum Beispiel bei leukämiekranken Kindern, bei denen eine Standardmedikamentierung aufgrund ihrer genetischen Veranlagung zu einer schweren, tödlich endenden Knochenmarkerkrankung führen könnte. Schwabs Einsatz führte außerdem zur Etablierung von „Fighting Drug Failure!“, dem ersten pharmakogenetischen Netzwerk in Europa, gefördert durch die Europäische Union.  Schwab leitet das Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie in Stuttgart und ist Ärztlicher Direktor der Abteilung für Klinische Pharmakologie am Uniklinikum Tübingen. Der Robert Pfleger-Forschungspreis wird alle zwei Jahre von der gleichnamigen Stiftung vergeben und ist mit 50.000 Euro dotiert.

 © transkript.de/MaK Foto: Robert-Bosch-Stiftung