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Tierschutzforschungspreis 2020

Für die Entwicklung eines Zellkulturverfahrens, mit dem genetisch veränderte Blutplättchen untersucht werden können, erhielt Dr. Anne-Katrin Rohlfing (Medizinische Klinik des Universitätsklinikums Tübingen) Ende November den Tierschutzforschungspreis 2020 des BMEL.

Die Biologin nutzte für die genetische Veränderung der Blutplättchen (Thrombozyten) die Genschere CRISPR-Cas. Thrombozyten spielen eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung, sie sind an der Entstehung von Herzinfarkten, Schlaganfällen oder Lungenembolien beteiligt, den am häufigsten auftretenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das von Rohlfing entwickelte Zellkulturverfahren kann dazu führen, den Einsatz von Versuchstieren bei der Erforschung der Erkrankungen um bis zu 40 Prozent zu senken. Denn wichtige Informationen könnten die Wissenschaftler künftig bereits ohne Tierversuche im Zellkulturverfahren erhalten. Dafür gab es für die Tübinger Forscherin Ende November den Tierschutzforschungspreis des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert.

Rohlfing studierte Biologie an der Universität in Greifswald und ging als Postdoc zunächst an die Universität von Pennsylvania. Anschließend wechselte sie an die Universität in Potsdam, wo sie mehr als acht Jahre tätig war. Seit Dezember 2018 forscht sie am Universitätsklinikum Tübingen.

Anlässlich der virtuellen Preisverleihung betonte Bundesministerin Julia Klöckner: „Deutschland nimmt bei der Erforschung und Entwicklung von Alternativen zu Tierversuchen eine Vorreiterrolle ein. Mit unseren Fördermaßnahmen leisten wir einen wesentlichen Beitrag zum Tierschutz. Dazu gehört auch der Tierschutzforschungspreis. Er ist Anreiz und erhöht die Sichtbarkeit entwickelter Methoden. Denn das Ziel ist klar: Wo immer möglich, müssen wir auf Tierversuche verzichten. Dabei verdeutlicht die Forschung von Frau Dr. Rohlfing, welches Potential die CRISPR/Cas-Technologie auch in diesem Bereich hat.“

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