Probenlawine gemeistert

Mit konsequenter Digitalisierung der Prozesse wurde der Probendurchsatz mehr als verhundertfacht. Eine unternehmerische Meisterleistung des Schweizer Labors Biolytix AG während der Coronazeit.

Ende 2019 erkrankte der COO des Schweizer Labors Biolytix AG am neuen COVID-Virus. Der Manager stellte sich als Versuchsperson zur Verfügung und liess sämtliche Tests über sich selber ergehen. Zu Beginn des Jahres 2020 wurde Biolytix, wie viele andere Labore, von der grossen Corona-Probenlawine erfasst. Forschergeist und unternehmerische Weitsicht haben dazu geführt, dass sich Biolytix intensiv mit der Diagnostik von SARS-Covid 19 Viren auseinandersetzte. Die Forscher stellten fest, dass der Speichel von Testpersonen am frühen Morgen, von allen Körperflüssigkeiten, die höchste Virenkonzentration enthält. Mit dieser Erkenntnis entwickelten und validierten sie eine Nachweismethode von Covid-Viren in Speichelproben. Die Nachweismethode im Speichel hatte den Vorteil, dass sie viel besser skaliert werden konnte, da die Probenahme beim Patienten erfolgt und kein Fachpersonal benötigt wird wie bei den Abstrichproben.

Das Labor räumt die Probenlawine zur Seite

Zu Beginn der Pandemie wurde rasch klar, dass Testkapazitäten benötigt wurden. In Zusammenarbeit mit den Behörden konnte in kurzer Zeit ein Testzentrum in Muttenz bei Basel eingerichtet werden. Nebst dem Ausbau der Räumlichkeiten zu einem Labor inklusive Verkabelung und IT-Infrastruktur mussten auch PCR-Geräte und Verbrauchsmaterial beschafft werden – ein Vorhaben das bei der knappen Verfügbarkeit von Labormaterialien eine unternehmerische Meisterleistung darstellte. Die Pandemie begann mit 500 Proben pro Woche noch relativ bescheiden, der Durchsatz erhöhte sich dann aber bis auf 50’000 Proben pro Woche im Frühjahr 2021. Parallel dazu wuchs die Zahl der Beschäftigten von 20 auf 120 Personen. Auf dem Höhepunkt der Pandemie betrug der Probendurchsatz von Biolytix AG unglaubliche 150’000 Proben pro Woche.     

Neue Prozesse formen das LIMS

Biolytix arbeitet bereits seit vielen Jahren mit der bewährten Laborsoftware Limsophy LIMS von AAC Infotray AG. Die enorme Zunahme des Probendurchsatzes erforderte eine Optimierung der Digitalisierung diverser Unternehmensprozesse. «Die Projektleiter der AAC Infotray AG sind alles Naturwissenschaftler», erklärt der COO, «sie sprechen die gleiche Sprache wie wir und wissen ganz genau wie sie die Software für uns anpassen können. Die Grundvoraussetzung für die Digitalisierung von Laborprozessen ist die Anpassungsfähigkeit der Laborsoftware. Biolytix ist ein Dienstleistungslabor. Durch die enorme Zunahme des Probendurchsatzes waren fast alle Unternehmensprozesse betroffen, die durch den gezielten Ausbau von Modulen, Automatisierungen, Anpassungen von Schnittstellen, geeigneten Dateneingabe-Dialogen und Auswertungen mit der Laborsoftware digitalisiert werden konnten. Der Qualitätssicherung wurde stets höchste Priorität eingeräumt. Biolytix ist besonders stolz darauf, dass angesichts der immensen Probenlawine die Analysen-Resultate immer innerhalb von 24h nach Probeneingang ausgeliefert werden konnten. Dem Datenschutz wurde mit einem geeigneten Konzept Rechnung getragen. Aus der Kombination von Software, Labor- und Digitalisierungskompetenz ist am Standort in Muttenz ein Ökosystem entstanden, das sich bestens zur Bewältigung der enormen Probenlawine bewährt hat.

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Schweiz gibt Geld für Horizon-Programm frei

Der Schweizer Bundesrat hat Ende vergangener Woche 650 Mio. Franken für Ausschreibungen im Horizon Europe-Förderprogramm freigegeben. Da die Schweiz als nicht assoziierter Drittstaat gilt, wären Schweizer Wissenschaftler und Unternehmen ohne die Förderung von zwei Dritteln der Ausschreibungen des von 2021 bis 2027 laufenden EU-Programms ausgeschlossen.

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