70 Mio. Euro für Schweizer ImmunOs Therapeutics

Ein stark wachsendes Investorenkonsortium hat die in Schlieren (Schweiz) beheimatete ImmunOs Therapeutics mit einer kräftigen Serie B-Finanzierung ausgestattet. Nach Unternehmensangaben sei diese überzeichnet gewesen. Die neuen Anteilseigner Samsara BioCapital, Lightspeed Venture Partners und Gimv traten als Lead-Investoren der Runde auf. Darüber hinaus beteiligten sich als neue Investoren Mission BioCapital, GL Capital, PEAK6 Strategic Capital und Fiscus Financial sowie die bestehenden Investoren Pfizer Ventures, BioMed Partners und Schroder Adveq.

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ImmunOs Therapeutics‘ Ansatz beruht auf der Identifizierung spezifischer menschlicher Leukozyten-Antigene (HLA), die bei Patienten mit schweren Autoimmunkrankheiten das Immunsystem hyperaktivieren. In der ersten Entwicklungsphase hatte man gegen diese speziellen natürlich vorkommenden HLAs spezifische Antikörper entwickelt, um die überschießende Reaktion zu bremsen. Dabei fiel auf, dass diese HLAs gleich mehrere Zielmoleküle auf Zelloberflächen unterschiedlicher Zelltypen des angeborenen Immunsystems aktivieren können. Während die Entwicklungslinie von Antikörpern bei Autoimmunerkrankungen beibehalten wurde, verstärkte man im Bereich Onkologie die Fähigkeit dieser HLA-Moleküle als generelle Aktivatoren von Zelltypen der "myeloischen" Zellfamilie durch die Fusion mehrerer solcher natürlich vorkommender HLAs noch und kreierte daraus die eigene ImmunOs-Technologieplattform.

Derzeit setzen die meisten Zelltherapien bei den Zellen des adaptiven Immunsystems an (T-Zellen) und nur wenige, wie zum Beispiel die Firma Affimed, gehen mit den Natürlichen Killerzellen in den Bereich des angeborenen Immunsystems. ImmunOs Therapeutics meint nun, einen Zugang zu verschiedenen Zelltypen dieses noch weniger im Fokus stehenden Bereiches gefunden zu haben, und verspricht sich in der Kombination mit diversen Checkpoint-Inhibitoren oder -Agonisten eine bessere Wirksamkeit auf das den Tumor umgebende Gewebe. Denn dort werden viele aktuelle Zelltherapie-Ansätze am Eindringen gehindert.

Im vergangenen Jahr hatte ImmunOs auf der operativen Seite einige Neubesetzungen im Führungsteam vermeldet, um sich als transatlantisch-Schweizer Unternehmen auf das weitere Wachstum vorzubereiten. Zudem versammeln sich gefühlte 300 Jahre Pharmaerfahrung im Aufsichtsrat. Darunter mit Ex-Novartis-Chef Daniel Vasella, Ex-Novartis Venture Funds-Chef Reinhard Ambros und Markus Hosang, General Partner von BioMed Partners, echte Schwergewichte, denen es offensichtlich auch in börsentechnisch herausfordernden Zeiten gelingt, große Summen aufzurufen. In einer anderen "Vasella-geprägten" Biotech-Firma, nämlich Numab Therapeutics, waren das 2021 – noch in der Börsenhochphase – auch schon beeindruckende 100 Mio. Euro gewesen.

Schweiz gibt Geld für Horizon-Programm frei

Der Schweizer Bundesrat hat Ende vergangener Woche 650 Mio. Franken für Ausschreibungen im Horizon Europe-Förderprogramm freigegeben. Da die Schweiz als nicht assoziierter Drittstaat gilt, wären Schweizer Wissenschaftler und Unternehmen ohne die Förderung von zwei Dritteln der Ausschreibungen des von 2021 bis 2027 laufenden EU-Programms ausgeschlossen.

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