Aicuris lizenziert Antisense-RNA-Know-how von Hybridize Therapeutics

Die Wuppertaler Aicuris (Anti-infective Cures) AG wird bis zu 100 Mio. Euro an die niederländische Hybridize Therapeutics BV für die Entwicklung von Antisense-RNA-Therapeutika zahlen. Diese sollen zur Vorbeugung von durch BK-Viren hervorgerufenen schweren Erkrankungen bei immungeschwächten Patienten eingesetzt werden.

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Aicuris, der Spezialist für Infektionskrankheiten, erweitert seine Pipeline durch das Lizenzabkommen mit Hybridize Therapeutics, einem Spin-off des Leiden University Medical Centers (LUMC). Das Know-how der Niederländer im Bereich der RNA-Therapeutika, insbesondere der Antisense-oligo (ASO)-Technologie, soll zur Entwicklung eines Medikaments eingesetzt werden, das schwere BK-Virus (BKV)-Erkrankungen bei immungeschwächten Patienten, zum Beispiel nach Nierentransplantationen, verhindern soll. Die BKV-assoziierte Nephropathie (BKN) ist eine der Hauptursachen für Funktionsstörungen der Allotransplantate und Abstoßungsreaktionen bei Transplantatempfängern. Aktuellen Studien zufolge entwickelt ein Drittel der Organempfänger kurz nach der Transplantation eine BK-Virämie, und fast 8 % weisen eine BKV-assoziierte Nephropathie auf.

Mit der Lizenzierung des RNA-basierten BKV-Programms von Hybridize erhält Aicuris die exklusiven Rechte zur weiteren Entwicklung und Vermarktung dieses Ansatzes, wobei der Behandlungsschwerpunkt auf der BK-Virus-vermittelten Nephropathie bei Nierentransplantationspatienten liegt. Hybridize erhält eine Vorabzahlung und weitere Meilensteinzahlungen von insgesamt bis zu 100 Mio. Euro bei Marktzulassung. Darüber hinaus erhält Hybridize gestaffelte Lizenzgebühren auf den Nettoumsatz.

Beide Unternehmen rechnen innerhalb von zwei Jahren mit dem Beginn der klinischen Studien. Das neue Programm ist das dritte Projekt von Aicuris auf dem Gebiet der Transplantationsmedizin. "Das BK-Virus ist schwierig zu behandeln, da es mit herkömmlichen Ansätzen wie klassischen Enzyminhibitoren nicht adressierbar ist", so Dr. Holger Zimmermann, Vorstandsvorsitzender der Aicuris AG. "Wir glauben, dass Antisense-Oligonukleotide ein vielversprechender neuer Ansatz zur Blockierung der BKV-Replikation sind." Im Gespräch mit der |transkript.de-Redaktion erläuterte Zimmermann weiter, dass Aicuris einen Screeningprozess aufgesetzt habe, um ganz gezielt nach geeigneten Kandidaten und Technologieplattformen für die Erweiterung der eigenen Pipeline zu suchen. Dabei sei Hybridize sowohl von der Indikation als auch der technologischen Herangehensweise ganz oben auf der Prioritätenliste gelandet.

  „Das Team von Hybridize hat eine hervorragende Expertise im Indikationsfeld der Nierenerkrankungen und Antisense-Technologie, die wir mit unserer eigenen Stärke als F&E-Partner perfekt ergänzen, um zunächst die Präklinik erfolgreich durchzuführen", so Zimmermann.

VDGH kritisiert geplante Kostensenkung

Den Beschluss des Bewertungsausschusses zur Vergütung labormedizinischer Leistungen, die Vergütung von IVD-Tests vom 1. Januar 2025 um bis zu 70% zu senken, hat der Diagnostikverband VDGH als „existenzgefährdend für die mittelständisch geprägte Diagnostikbranche“ kritisiert.

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