Start-up-Finanzierung in Österreich stark eingebrochen

Die Beratungsgesellschaft EY Austria hat für die Alpenrepublik die neue Version ihres Start-up-Barometers herausgebracht. Während das erste Halbjahr 2022 noch gut mit dem Rekordjahr 2021 mithalten konnte, gab es insbesondere im zweiten Halbjahr einen dramatischen Einbruch um 83% auf nur mehr rund 125 Mio. Euro in Finanzierungsrunden. Die Zahl der Finanzierungen im Bereich "Gesundheit" hält sich dabei recht stabil und kann das Volumen gegen den Trend sogar auf 48 Mio. Euro mehr als verdoppeln.

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Zum Jahresende hatte sich die angespannte Finanzierungslage bei bekannten österreichischen Start-ups wie GoStudent oder Bitpanda in Entlassungswellen deutlich gezeigt. Nun liefert das EY-Start-up-Barometer die Zahlen nach, die den besonders starken Einbruch im zweiten Halbjahr 2022 deutlich machen. Der Gesamtwert der Investitionen in österreichische Start-ups in diversen Branchen sank im Vergleich zum Rekordjahr 2021 zwar nur um 18 Prozent, im zweiten Halbjahr gab es zum Vergleichszeitraum des Vorjahres jedoch ein kräftiges Minus von 83 Prozent.

Obwohl laut EY die Anzahl der Finanzierungsrunden um 16 Prozent auf 141 gestiegen sei, erreicht das Gesamtvolumen nun nur noch ganz knapp die Milliarden-Marke. Bedenklich ist, dass in den vergangenen sechs Monaten nur noch 125 Mio. Euro investiert wurden. Schon ist die Rede davon, dass die gerade noch auf starkes Wachstum gepolten Unternehmen in den "Überlebensmodus" geschaltet haben. Zahlreiche Start-ups mussten 2022 gar Insolvenz anmelden – darunter im Dezember der Müslihersteller Brüsli.

Sehr große Runden im ersten Halbjahr waren nur Einzelevents bei wenigen Unternehmen und machten laut EY doch damit schon mehr als die Hälfte der Finanzierungssumme aus. Dagegen konnten die Deals unter einer Million Euro zumindest zahlenmäßig den ersten Rang erzielen und stiegen von 61 auf 80. Wie bereits in der Vergangenheit liefert das EY-Start-up-Barometer auch Zahlen zu spezifischen Branchen. Die meisten Finanzierungsrunden wurden demnach 2022 im Softwarebereich abgeschlossen.

Steigt man etwas tiefer in das Zahlenwerk ein, stellt man fest, dass sich der Bereich der Gesundheits-Start-ups gegen den Trend sehr viel besser geschlagen hat. Bei gleicher Anzahl an Finanzierungsrunden wie im Jahr 2021 konnte dort das Volumen auf immerhin 48 Mio. Euro mehr als verdoppelt werden. Hierbei war nur die Runde bei Ribbon Biolabs (Spezialität: besonders lange DNA-Fragment-Synthese) aus dem IST-Cube im Norden Wiens mit 18 Mio. Euro besonders auffällig, während sich in den übrigen 14 Finanzierungsevents kleinere Summen auf viele Start-ups verteilten. Als Standort bleibt weiterhin die Hauptstadt Wien das Zentrum der Start-up-Szene in Österreich mit rund 80% der Investitionen, gefolgt von der Steiermark und Oberösterreich.

Hier ist die ganze Studie zu finden.

Milliarden-Spin-off von Numab geht an Johnson&Johnson

Die Schweizer Numab AG verkauft ihren Phase-I bispezifischen Antikörper NM26 über ein Spin-off (Yellow Jersey Therapeutics) zu 100% und für 1,25 Mrd. US-Dollar an Johnson & Johnson. Der mit dem japanischen Kooperationspartner Kaken Pharma entwickelte Antikörper gegen IL4Ra und IL31 wird in der atopischen Dermatitis erprobt. Auch Anteilseigner HBM Ventures profitiert.

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