Übernahmeangebot für va-Q-tec

Eine Tochtergesellschaft des schwedischen EQT X Fonds der Wallenberg-Familie, unterstützt durch die Co-Investoren Mubadala Investment Company PJSC (Staatsfonds der Vereinigten Arabischen Emirate) und Sixth Cinven Fonds, will die Würzburger va-Q-tec übernehmen. Seit Montag haben die Aktionäre des Kühlkettenspezialisten die Möglichkeit, das Übernahmeangebot anzunehmen und ihre Aktien zu 26,00 Euro je Aktie anzudienen.

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Es ist niemand Geringeres als eine Tochtergesellschaft des schwedischen EQT X Fonds der Wallenberg-Familie, die unterstützt durch die Co-Investoren Mubadala Investment Company PJSC (Staatsfonds der Vereinigten Arabischen Emirate) und Sixth Cinven Fonds die Angebotsunterlagen für das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot für die va-Q-tec AG in Würzburg veröffentlichten. Vorstand und Aufsichtsrat von va-Q-tec begrüßen und unterstützen das Übernahmeangebot.

Das Unternehmen ist ein Profiteur der Corona-Krise. Als es darum ging, die temperatursensiblen mRNA-Impfstoffe millionenfach im Land, aber auch global auszuliefern, schlug die Stunde des bis dahin nur eingeweihten Pharmalogistikexperten bekannten Unternehmens. Regionalpolitik und Presse, die sich aufmachten, nach Lösungen vor Ort zu fahnden, taten das ihre, um die Wahrnehmung nicht nur auf die großen Impfstoffentwickler zu lenken, sondern auch Zuliefer- und Produktionsbetriebe ins Scheinwerferlicht zu schieben. Davon profitierte auch die va-Q-tec AG deutlich, deren Börsenkurs sich wie eine Verlaufskurve der Pandemie liest. Mitte März 2020 noch zu rund 7 Euro je Aktie gehandelt, schoss der Kurs um das Sechsfache bis in den Dezember auf über 40 Euro nach oben. Als es dann ans Ausliefern der Impfstoffe ging, hielt sich der Kurs im Jahr 2021 noch wacker bei um die 30 Euro. Das ganze Jahr 2022 über bröckelte er jedoch immer weiter ab auf Werte zwischen 10–15 Euro. Dann folgte im Dezember die Bekanntgabe der Übernahmeabsichten durch EQT zwar nicht zu Höchstpreisen aus der Hochphase der Pandemie, aber mit einem fast 100%igen Aufschlag und damit doch guten Argumenten für die Aktionäre, die nun über das Angebot zu entscheiden haben.

Dr. Joachim Kuhn, Gründer und CEO der va-Q-tec AG, betont vor allem die Wertschätzung wie auch die neuen Perspektiven durch die Übernahme: Unser gemeinsamer Fokus auf Innovation und verantwortungsbewusste Eigentümerschaft sowie die historische Verbindung von EQT Private Equity zur Wallenberg-Familie machen EQT unseres Erachtens zum idealen Partner. EQT teilt unsere Vision und ist bereit, in die langfristige Weiterentwicklung unserer Technologie zu investieren. Die operative und strategische Weiterentwicklung wollen wir im Sinne einer guten Partnerschaft mitgestalten. Die Gründerfamilien unterstützen das Angebot und beteiligen sich mit ihren Aktien an der neuen Konstellation langfristig und substanziell. Wir sehen daher in der geplanten Transaktion eine attraktive Chance für alle Stakeholder von va-Q-tec.“

EQT Private Equity hat für den Fall der erfolgreichen Übernahme bereits angekündigt, den Zusammenschluss des Service- und Systemgeschäfts von va-Q-tec für die Pharmabranche mit der Envirotainer AB vorzunehmen, an der EQT Private Equity bereits eine mittelbare Mehrheitsbeteiligung hält. Gleichzeitig soll mit strategischer und finanzieller Unterstützung durch EQT Private Equity das verbleibende Geschäft der va-Q-tec im Bereich der thermischen Energieeffizienz und Thermoboxen in einer eigenständigen, neuen Gesellschaft („va-Q-tec 2.0“) langfristig weiterentwickelt und um neue Anwendungsmöglichkeiten für die Vakuumisolationstechnologie erweitert werden. Damit sollen zwei eigenständige Unternehmensgruppen gebildet werden, von denen jede in ihrem Geschäftsbereich eine international führende Rolle einnehmen kann, so liest es sich im Übernahmeangebot. Für den Hauptsitz Würzburg und den Standort Kölleda hat sich EQT Private Equity gegenüber va-Q-tec zu einer Standortsicherung sowie dem Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen für einen Zeitraum bis Ende 2024 verpflichtet. Va-Q-tec beschäftigt an mehreren Standorten knapp 400 Mitarbeiter.

Schweiz gibt Geld für Horizon-Programm frei

Der Schweizer Bundesrat hat Ende vergangener Woche 650 Mio. Franken für Ausschreibungen im Horizon Europe-Förderprogramm freigegeben. Da die Schweiz als nicht assoziierter Drittstaat gilt, wären Schweizer Wissenschaftler und Unternehmen ohne die Förderung von zwei Dritteln der Ausschreibungen des von 2021 bis 2027 laufenden EU-Programms ausgeschlossen.

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