Zulassungsempfehlung für PAIONs Narkosemittel

Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittelagentur (CHMP; Committee for Medicinal Products for Human Use) hat eine positive Stellungnahme veröffentlicht, in der die Zulassung von Remimazolam der PAION AG (ISIN DE000A0B65S3; Frankfurter Wertpapierbörse, Prime Standard: PA8) für die Einleitung und Aufrechterhaltung einer Allgemeinanästhesie bei Erwachsenen empfohlen wird.

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Die ehemalige Fledermausfirma PAION AG hat die kopfüberhängenden Flugtiere nur noch im Firmenlogo verewigt und sich längst auf Narkosemittel verlegt, statt wie einst gegen den Schlaganfall zu forschen. Am vergangenen Freitag konnte PAION positive Nachrichten vermelden: Das CHMP (Committee for Medicinal Products for Human Use), welches die Europäische Arzneimittelbehörde in Zulassungsfragen berät, empfahl die Zulassung des Narkosemittels Remimazolam für Anästhesie. 

Die Europäische Kommission wird die Empfehlung des CHMP überprüfen und ihr vermutlich wie sonst auch folgen. Eine endgültige Entscheidung über den Zulassungsantrag für Remimazolam in der EU (einschließlich der Länder des Europäischen Wirtschaftsraums, EWR) wird im ersten Halbjahr 2023 erwartet. Damit ist das Unternehmen seinem Ziel nähergekommen, die seit Jahrzehnten erste neue Behandlungsoption für Anästhesie in Europa anzubieten. Die Markteinführung ist in der zweiten Hälfte des Jahres 2023 geplant.

Die positive CHMP-Stellungnahme für Remimazolam basiert auf Grundlage der Daten aus einem umfassenden klinischen Programm in der Allgemeinanästhesie. Remimazolam wurde bereits in Japan und in Südkorea für die Allgemeinanästhesie zugelassen. Genau vor zwei Jahren hatte Remimazolam eine CHMP-Empfehlung und etwa zwei Monate später die EMA-Zulassung in der Indikation Kurzsedierung, zum Beispiel  für Darmspiegelungen oder kleinere Prozeduren erhalten.

PAION verbreiterte dieses Portfolio Anfang 2021 und erwarb zwei weitere Produkte für den Intensivbereich von der kalifornischen LaJolla Pharmaceuticals zur Vermarktung in Europa. Im Jahr 2008 hatte Paion das in Cambridge, Großbritannien, ansässige Unternehmen CeNeS Pharmaceuticals plc übernommen. Unter anderem entstammt der Wirkstoffkandidat Remimazolam aus dieser Akquisition. Der Aktienkurs machte einen freudigen Hüpfer, ist mit unter 1 Euro jedoch noch immer weit vom damaligen Ausgabepreis entfernt, der 2005 beim IPO 8 Euro betrug.

VDGH kritisiert geplante Kostensenkung

Den Beschluss des Bewertungsausschusses zur Vergütung labormedizinischer Leistungen, die Vergütung von IVD-Tests vom 1. Januar 2025 um bis zu 70% zu senken, hat der Diagnostikverband VDGH als „existenzgefährdend für die mittelständisch geprägte Diagnostikbranche“ kritisiert.

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