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Evotec: CEO Lanthaler tritt zurück

Nach fast 15 Jahren als Evotec-CEO hat Werner Lanthaler überraschend seinen sofortigen Rücktritt verkündet. Lanthaler gibt persönliche Gründe für die Entscheidung an und spricht von „Erschöpfung“. Die Suche nach einem neuen CEO hat begonnen. CEO wird übergangsweise der vorherige COO von Evotec, Dr. Mario Polywka.

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Paukenschlag zum Jahresanfang: Der langjährige CEO der Hamburger Evotec SE, Dr. Werner Lanthaler, hat überraschend seinen sofortigen Rücktritt erklärt. Der Aufsichtsrat habe der Auflösung des Vertrages zugestimmt, der eigentlich noch mindestens zwei weitere Jahre hätte laufen sollen. Der Schritt hat das Unternehmen unvorbereitet getroffen, übergangsweise wird der vorherige COO zum Interims-CEO. Die Suche nach einem neuen CEO läuft nun erst an.

Der gebürtige Österreicher Lanthaler wurde 2009 Vorstand der Evotec, die damals mit der eigenen klinischen Entwicklungspipeline in schwere See geraten war. Lanthaler krempelte mit dem ebenfalls neu hinzukommenden CSO, Cord Dohrmann, das Unternehmen komplett um und verabschiedete sich von der klinischen Phase der Wirkstoffentwicklung. Er setzte den Fokus auf eine breite Technologiepalette für die frühe Targetidentifizierung und Wirkstoffforschung. Mit einem vollständigen Omics-Plattform-Angebot sowie neuen Krankheitsmodellen sollte der „personalisierten Medizin“ in der Medikamentenentwicklung zum Durchbruch verholfen und Evotec der präferierte Entwicklungspartner der großen Pharmaunternehmen werden.

Der Turnaround gelang über die Jahre, das Partnerschaftsmodell war jedoch nicht immer von Erfolg gekrönt. Während sich beispielsweise Bayer nach einigen Jahren wieder davon verabschiedete, ist es insbesondere die langjährige und finanziell hochattraktive Zusammenarbeit mit Bristol Myers Squibb, die als Beleg für die nutzenstiftende Verwendung der Evotec-Technologieplattformen gilt. In großer Regelmäßigkeit und mit zunehmender Frequenz werden daraus die erreichten Meilensteine erfolgreicher Wirkstoffentwicklung kommuniziert und Evotec fährt alleine mit dieser Partnerschaft einen hohen externen Finanzierungsbetrag ein.

Auch auf der Partnerschaftsseite mit Innovations-Hubs hat sich Evotec an immer mehr Standorten über den Globus gut aufgestellt und hilft damit, frühen wissenschaftlichen Projekten aus den Forschungszentren vom Start weg Daten in Industriequalität zu generieren. Diverse LabXY sind Ausdruck dieser Innovations-Globalisierungsstrategie.

Dass Lanthaler nun mitteilt, über die Weihnachtstage zum ersten Mal seit langem Zeit zum Reflektieren gehabt zu haben, und nun lieber eine Pause einlegen will, klingt zutiefst nachvollziehbar nach einer langen, aufreibenden Strecke als Unternehmenslenker durch Untiefen und ständig neue Strömungen, die die eigene vermeintliche Technologieführerschaft jeden Tag vor neue Herausforderungen stellte und stellt. Um den Übergang etwas verträglicher zu gestalten, will Lanthaler dem Unternehmen in beratender Funktion weiter zur Seite stehen. An einen Werner Lanthaler an der Seitenlinie wird man sich in Hamburg, wird sich die deutsche Biotechnologiebranche jedoch erst noch gewöhnen müssen.

20 Mio. Euro-Meilenstein für Evotec

Evotec einen wichtigen wissenschaftlichen Fortschritt innerhalb der Neurologie-Partnerschaft mit Bristol Myers Squibb (BMS) erreicht, der eine Forschungszahlung in Höhe von 20 Mio. US-Dollar an die Hamburger ausgelöst hat. Ein Target-basiertes Programm, das BMS 2021 einlizenzierte, startet nun in eine Phase II-Studie. Die F&E-Kooperation mit BMS läuft seit 2016.

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