Diamens

Start-up Diamens entwickelt Endometriose-Test aus Menstruationsblut

Das Linzer Femtech-Start-up Diamens will die Diagnose von Endometriose deutlich vereinfachen. Das Unternehmen arbeitet an einem molekularbiologischen Test, der die Erkrankung anhand von Menstruationsblut erkennen soll – und damit eine frühere Diagnose und schnellere Behandlung möglich machen würde. Nun hat sich das junge Healthtech-Unternehmen eine sechsstellige Finanzierung gesichert.

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Das österreichische Start-up Diamens (2024 gegründet) will die Diagnose von Endometriose deutlich vereinfachen und setzt auf Menstruationsblut als Quelle für aussagekräftige Biomarker.  Nun konnte eine sechsstellige Finanzierung gesichert werden. Angeführt wurde die Finanzierungsrunde vom österreichischen Investor eQventure, beteiligt sind außerdem VP Venture Partners (Zürich), FS Life Science Investment (Deutschland) und die VGW Beteiligungs GmbH (Linz, Österreich). Ergänzend erhält das Projekt Fördermittel, unter anderem aus Programmen der österreichischen Forschungsförderung.

Endometriose zählt zu den häufigsten gynäkologischen Erkrankungen: Weltweit sind rund 190 Millionen Frauen betroffen. Dabei wächst gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter und verursacht häufig starke Schmerzen, Verwachsungen oder Unfruchtbarkeit. Dennoch dauert es im Durchschnitt Jahre, bis die Erkrankung diagnostiziert wird – nicht zuletzt, weil der bisherige Goldstandard eine operative Bauchspiegelung ist.

Statt langem Warten eine schnelle Diagnose

Genau hier setzt Diamens an. Das 2024 gegründete Start-up nutzt Menstruationsblut als diagnostische Datenquelle. Mithilfe einer bioinformatischen Analyse werden darin molekulare Marker identifiziert, die typisch für Endometriose sind. Patientinnen könnten künftig zu Hause eine kleine Probe entnehmen und an ein Labor senden, wo sie mittels PCR analysiert wird. Das Ergebnis soll innerhalb weniger Tage vorliegen.

Die wissenschaftliche Grundlage entstand aus Forschungsarbeiten an der Johannes Kepler Universität Linz. Hinter dem Unternehmen steht ein interdisziplinäres Team aus Biomedizin, Bioinformatik und klinischer Gynäkologie. Geleitet wird das Start-up von CEO Marlene Rezk-Füreder; zum Gründerteam gehören außerdem Eva Scharnagl, Clara Ganhör und Angelika Lackner. Klinischer Partner ist der Gynäkologe Peter Oppelt vom Kepler Universitätsklinikum Linz.

Klarer Fokus auf Endometriose

Die Gründer legen großen Wert auf ihren starken Hintergrund in der medizinischen Grundlagenforschung (alle Co-Founder haben einen wissenschaftlichen oder klinischen Background mit Univ.-Prof. oder PhD). Man habe von Beginn an die Hürden für die Implementierung von Menstruationsblut für diagnostische Zwecke gesehen. Co-Gründerin Ganhör beschreibt für |transkript.de die mehrjährigen Vorarbeiten: „Wir haben in einer eigenen Bioinformatik-Pipeline Proben analysiert, daraus Biomarkerkandidaten identifiziert und diese in einem Probenset in Menstruationsblut validiert. Parallel dazu wurde das Laborprotokoll für Menstruationsblut etabliert und optimiert, ein solches gibt es nämlich zwar routinemäßig für diverse Gewebearten (venöses Blut, Plasma, Nabelschnur, Vorhaut …), aber nicht für Menstruationsblut. Dieser wissenschaftliche Fokus und Background von Anfang an sowie der klare Fokus auf Endometriose statt auf diverse gynäkologische Erkrankungen oder Zyklusgesundheit unterscheiden uns von anderen Anbietern.“

Das frische Kapital soll nun in die klinische Validierung des Tests sowie in die europäische Zertifizierung fließen. Parallel läuft eine Multicenter-Studie zur Anwendung des Testkits. Langfristig könnte der Ansatz die Diagnose von Endometriose erheblich beschleunigen und Patientinnen schneller Zugang zu spezialisierten Therapien ermöglichen. Eine verkürzte Zeit zur Diagnose führe nachweislich zu erhöhter Lebensqualität, da durch die frühere Behandlung nicht nur die Schmerzen früher reduziert werden, sondern sich die Herde oft auch weniger weit ausbreiten können und somit Schäden an Organen verhindert werden.

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