© Stephen Bell, Ocupeye Ltd

Optimal angepasste Augenprothesen

Das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGDin Darmstadt unterstützt Hersteller von Augenprothesen (Okularisten) mit einer Software sowie einem Druckertreiber bei der Arbeit. Mit Hilfe des 3D-Druck-Verfahrens lassen sich die optimal angepasste Augenprothesen mit weniger Aufwand in hoher Qualität herstellen.

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Vor knapp drei Jahren präsentierten Forscher des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung IGD (Darmstadt) erstmals ihre Technologie. In enger Zusammenarbeit mit der britischen Firma Ocupeye Ltd und dem Krankenhaus hatten die Wissenschaftler aus Darmstadt ein spezielles Verfahren entwickelt, um aus einem Scan der Augenhöhle und einem Foto des gesunden Auges ein virtuelles Modell zu erstellen. Die bahnbrechende Technologie zur Herstellung von Prothesen wurde 2021  erstmals in einer klinischen Studie bei Patienten am Moorfields Eye Hospital eingesetzt. Seitdem revolutioniert der 3D-Druck die Herstellung von Augenprothesen, mehr als 200 Patienten haben bereits von der neuen Technik profitiert.

„Mit optimal angepassten künstlichen Augen erhöht sich die Lebensqualität der Betroffenen enorm“, erklärt Johann Reinhard, stellvertretender Abteilungsleiter des Kompetenzzentrums 3D-Drucktechnologie. Reinhard zufolge beschreiben Patienten die 3D-gedruckten Augenprothesen als lebensverändernd. Dass die Prothese nicht nur optisch ideal zum zweiten vorhandenen Auge passt, sondern sich auch bestmöglich in die Augenhöhle einfügt, gewährleisten die Forscher mit ihrem Verfahren aus Scan und 3D-Druck – mit der Software Cuttlefish:Eye sowie dem Druckertreiber Cuttlefish®. Die Software ist bislang in Großbritannien als Medizinprodukt zugelassen und soll künftig auch auf dem europäischen Festland zum Einsatz kommen.

In einer aktuellen Publikation beschreiben die Fraunhofer-Forscher die Technologie hinter der Software sowie aktuelle Ergebnisse. Sie ist in der Fachzeitschrift Nature Communications erschienen.

Künftig sollen die Erfahrungen der Forscher bei der Herstellung von künstlichen Augen auch in andere Bereiche übertragen werden. So wäre ein Einsatz bei Zahnrestaurationen und der Herstellung von Epithesen möglich.

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