Evotec – Umsatz über Erwartung, doch hohe Ausgaben lassen die Börse zögern

Die Jahresbilanz liest sich gut: Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr um 23 Prozent auf 618 Mio. Euro, wie Evotec in Hamburg mitteilte. Dabei übertraf der Konzern seine Prognosen. Fortschritte bei Forschungspartnerschaften etwa mit Bristol Myers Squibb oder Takeda sorgten für höhere Erlöse aus Abschlags-, Meilenstein- und Lizenzzahlungen. Zudem lieferte die US-Tochter Just-Evotec Biologics höhere Umsatzbeiträge. Trotzdem sank der Aktienkurs am Dienstag, ein kurzes Aufflammen am Mittwoch verebbte schnell, und auch der Donnerstagsaufschwung bröckelt schon wieder.

ANZEIGE

Der Hamburger Wirkstoffforscher Evotec ist im vergangenen Jahr kräftig gewachsen. Der Umsatz stieg um 23 Prozent. Der Konzern übertraf seine Prognosen – doch ein Kursfeuerwerk wurde damit nicht ausgelöst, warum?

Für das laufende Jahr erwartet Evotec weiter steigende Umsätze auf 700 bis 720 Mio. Euro. Das Unternehmen verweist auf bestehende Aufträge, absehbares Neugeschäft und Vertragsverlängerungen sowie zukünftige Meilensteinzahlungen. Das bereinigte Ebitda sieht Evotec bei 105 Mio. bis 120 Mio. Euro. Grund für das Zögern der Aktienhändler mag die Ankündigung von hohen Investitionen gewesen sein. Denn diese Investitionen – in Forschung und Entwicklung, den Ausbau der Kapazitäten sowie den weiteren Aufbau des Geschäfts von Just-Evotec Biologics – werden das kurzfristige Wachstum wohl bremsen.

Wenige Tage vor der Bilanz hatte Evotec noch aktuelle Meilensteinzahlungen von Bayer wie aus der fast stetig hereinkommenden Optionierung des Kooperationspartners Bristol Myers Squibb berichten können, zusammen fast 20 Mio. Euro. Warum diese hochrangigen Referenzen auf die Technologieplattform des Konzerns nicht zu positiveren Einschätzungen des Kurspotentials führen, bleibt das Rätsel der Analysten. Unbeirrt davon war aus Unternehmerkreisen zu hören, dass eine nächste größere Investition in Frankreich stattfinden werde, was sich wohl auf den Ausbau dortiger Produktionskapazitäten bezog.

@|transkript.de/gkä

VDGH kritisiert geplante Kostensenkung

Den Beschluss des Bewertungsausschusses zur Vergütung labormedizinischer Leistungen, die Vergütung von IVD-Tests vom 1. Januar 2025 um bis zu 70% zu senken, hat der Diagnostikverband VDGH als „existenzgefährdend für die mittelständisch geprägte Diagnostikbranche“ kritisiert.

SIE MÖCHTEN KEINE INFORMATION VERPASSEN?

Abonnieren Sie hier unseren Newsletter