Project Eaden erhält 10 Mio. Euro für Fleischersatz

Das deutsche Food-Tech-Start-up Project Eaden, das eine innovative Fasertechnologie zur Herstellung von ultrarealistischem Fleisch auf Pflanzenbasis entwickelt hat, gab die Ausweitung seiner Seed-Runde von bisher 8 auf nun 10,1 Mio. Euro bekannt.

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Der Hauptinvestor Creandum gab im Juni 2022 den ersten Abschluss dieser Runde bekannt, die sich damals auf insgesamt 8 Mio. Euro belief und an der sich Atlantic Food Labs, Shio Capital, Trellis Road und mehrere hochkarätige Business Angels, darunter der ehemalige Geschäftsführer von Rügenwalder, Godo Röben, beteiligten. Im Dezember vergangenen Jahres stockten Magnetic und Atlantic Food Labs ihr Investment auf und verlängerten die Seed-Runde um weitere 2,1 Mio. Euro. Der Großteil der Finanzierung wird für die Entwicklung der Technologie von Project Eaden verwendet.

Deren Technologieansatz geht das Thema Fleischersatz von einem ganz eigenen Blickwinkel an, als die meisten anderen bisher bekannten Projekte: von der muskelfaserigen Struktur. Project Eaden, das in Berlin ansässig ist, hat vor kurzem die Grundlage für sein neues Konzept vorgestellt: Biofasern. Fasern sind die Bausteine der meisten Tiere und Pflanzen und der Hauptbestandteil von Fleisch. Die Technologie von Project Eaden produziert essbare Proteinfasern, die die Textur und das Aussehen von Tierfleisch nachahmen. Synthetische Fasern haben bereits andere wichtige Industriezweige wie die Textilindustrie, die Luft- und Raumfahrt und die Automobilindustrie revolutioniert. Das Projekt Eaden nutzt nun dieselben Fasertechnologien, um die Fleischindustrie zu revolutionieren. Da die Technologie hochgradig skalierbar ist, wird sie die Herstellung von ultrarealistischem Fleisch auf Pflanzenbasis zu niedrigen Kosten ermöglichen. Das erste Produkt von Project Eaden ist ein Rindfleischsteak auf Pflanzenbasis.

Das Handelsblatt, das sich die Technologie vor Ort ansehen durfte, schreibt über die Maschine, aus der die Fasern gesponnen werden und die einem Textilbetrieb zu entstammen scheint: "Die Maschine spinnt Fäden aus einer Masse pflanzlicher Proteine, mit 0,2 Millimeter Durchmesser dünner als Zwirn. Rund 250 Fasern werden auf einer rotierenden Spule wie Muskelstränge gebündelt und mit pflanzlichen Fetten kombiniert. So entsteht rot-weiß marmoriertes Fleischimitat, das von Optik und Textur kaum vom tierischen Original zu unterscheiden ist." Über ein Jahr haben die Unternehmer an der richtigen Mischung gebastelt.

Der globale Markt für pflanzlichen Fleischersatz könnte von 4,2 Mrd. US-Dollar 2021 auf bis zu 118 Mrd. US-Dollar im Jahr 2030 steigen, prognostiziert Bloomberg. Derzeit sinkt zwar der normale Fleischverbrauch, der Fleischersatz hat bisher aber noch nicht in diese Lücke stoßen können. Project Eaden hat sogar die BILD-Zeitung beeindruckt, man darf also gespannt sein, wie es nach dem Umzug ins eigene Technikum in Berlin ab Februar mit der Skalierung und im Vergleich zur Konkurrenz weitergeht.

Milliarden-Spin-off von Numab geht an Johnson&Johnson

Die Schweizer Numab AG verkauft ihren Phase-I bispezifischen Antikörper NM26 über ein Spin-off (Yellow Jersey Therapeutics) zu 100% und für 1,25 Mrd. US-Dollar an Johnson & Johnson. Der mit dem japanischen Kooperationspartner Kaken Pharma entwickelte Antikörper gegen IL4Ra und IL31 wird in der atopischen Dermatitis erprobt. Auch Anteilseigner HBM Ventures profitiert.

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