
Neue Bioökonomie-Strategie für Nordrhein-Westfalen
Nordrhein-Westfalen stellte Anfang der Woche eine neue Bioökonomie-Strategie vor. Im Mittelpunkt steht der Aufbau regional verankerter, biobasierter Wertschöpfungsketten. Auch die EU-Kommission, die derzeit den Biotech Act II erarbeitet, hat bereits Interesse an einem Austausch mit NRW bekundet.
Im Sommer 2023 hatte der Landtag von Nordrhein-Westfallen auf Antrag der Fraktionen von CDU und Grünen beschlossen, eine landesweite Bioökonomie-Strategie zu erarbeiten. Diese liegt nun vor und wurde Mitte Juni vorgestellt. Darin heißt es, dass Nordrhein-Westfalen seinen Industriestandort resilient und zukunftsfähig weiterentwickeln wolle. Dafür sollen regional verankerte, biobasierte Wertschöpfungsketten entstehen, die fossile Rohstoffe ersetzen und Unternehmen neue Chancen eröffnen. Die Strategie definiert Leitlinien und Handlungsfelder und ist Grundlage für weitere Aktionspläne. Interessierte Akteure können sich bis 31. Juli im Rahmen einer Online-Konsultation einbringen und die Umsetzung der Bioökonomie-Strategie mitgestalten.
Mit dem Thema Bioökonomie beschäftigt sich das Land Nordrhein-Westfalen seit mehr als zehn Jahren. Bereits damals wurde das Ziel ausgerufen, NRW zu einem führenden europäischen Standort für Bioökonomie zu entwickeln. Regionale Initiativen für den Strukturwandel und die Etablierung einer Kreislaufwirtschaft wie beispielsweise das BioökonomieREVIER laufen seit Jahren.
Die soeben vorgestellte neue Strategie rückt das damals erklärte Ziel erneut in den Fokus. Möglicherweise zu einem günstigeren Zeitpunkt, denn die EU-Kommission arbeitet am Biotech Act II. In diesen Prozess bringe Nordrhein-Westfalen mit seiner Strategie nun eigene Positionen ein. Vertreter der Generaldirektion Wachstum (DG GROW) der EU-Kommission hätten bereits konkretes Interesse an einem Austausch mit Nordrhein-Westfalen signalisiert.
Bioökonomie als wirtschaftliche Zukunftsoption
Dazu erklärte die Stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin Mona Neubaur: „Europa gestaltet gerade die Regeln für die Bioökonomie von morgen. Nordrhein-Westfalen will dabei nicht nur Anwender sein, sondern Impulsgeber. Unsere Strategie zeigt, was möglich ist, wenn eine starke Industrieregion die Bioökonomie konsequent als wirtschaftliche Zukunftsoption begreift – und genau das wollen wir in den europäischen Prozess einbringen.“
Lösungen schneller in die Anwendung bringen
Die Bioökonomie-Strategie NRW liefere einen wichtigen Rahmen für die nachhaltige Transformation des Landes, so Prof. Katja Frühwald-König und Prof. Dr. Ulrich Schurr, die Co-Vorsitzenden des Bioökonomie-Rates NRW: „Jetzt kommt es darauf an, die vorhandene Innovationskraft in Nordrhein-Westfalen zu bündeln, bioökonomische Lösungen schneller in die Anwendung zu bringen und die Zusammenarbeit aller relevanten Akteurinnen und Akteure weiter zu stärken. So kann Nordrhein-Westfalen seine Chancen nutzen, zu einem international führenden Standort der Bioökonomie zu werden.“

Jonas Mann, Traceless Materials GmbH
MicroHarvest
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