
US-Vergleich: Monsanto-Knoten bei Bayer geplatzt?
Jahrelange Unsicherheiten ob der zahlreichen anhängigen Klagen gegen die Geschäftseinheit Monsanto könnten durch einen teuren, aber auch gedeckelten Gerichtsvergleich endlich beendet werden. Rund 7 Mrd. US-Dollar müsste Bayer demnach über rund 20 Jahre abstottern, um die Schadensersatzklagen zu befrieden.
Der Leverkusener Konzern Bayer kündigte am Abend für seine US-Tochter Monsanto einen weitreichenden Vergleich im Glyphosat-Komplex an. Demnach sollen – vorbehaltlich der Zustimmung eines US-Gerichts – über einen Zeitraum von bis zu 21 Jahren maximal 7,25 Mrd. US-Dollar gezahlt werden. Die Vereinbarung zielt darauf ab, sowohl anhängige als auch mögliche künftige Klagen im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichter Roundup beizulegen.
Rechtssicherheit statt große Zahl von Rechtsstreitereien
Die Zahlungen sind gedeckelt und sollen über die Jahre hinweg sinken. Bayer verspricht sich davon mehr finanzielle Planbarkeit und eine bessere Kontrolle der Rechtsrisiken. Klägerkanzleien haben beim zuständigen Gericht in St. Louis (Missouri) eine vorläufige Genehmigung des Sammelvergleichs beantragt.
An der US-Börse wurde der Schritt bereits gestern positiv aufgenommen: Die Bayer-Aktie legte zeitweise um mehr als sieben Prozent zu. Konzernchef Bill Anderson sprach von einem klaren Weg, die Unsicherheiten aus den langjährigen Rechtsstreitigkeiten einzudämmen. Zugleich betonte das Unternehmen, der Vergleich enthalte kein Schuldeingeständnis; man halte die Vorwürfe gegen Glyphosat weiterhin für unbegründet.
Für die Bayer AG, die sich zuletzt wegen vieler Fortschritte in der Pharmasparte aus dem Kurstal nach oben gearbeitet hatte und bereits eine deutliche Trendwende vollziehen konnte, dürfte eine solche Klärung dennoch wie eine Befreiung wirken. Ob das US-Gericht zustimmen wird, ist die entscheidende Frage.

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