MicroHarvest

Bioökonomie: MicroHarvest will Proteine in Leuna produzieren

Bioökonomie in Leuna. Ein Zukunftsfeld für den Chemiestandort in Zeiten des Energiekostendrucks und schwindender globaler Konkurrenzfähigkeit? Mit der bundespolitisch finanziell geförderten Ansiedlung einer Produtkionsanlage der Hamburger MicroHarvest wird der Versuch unternommen.

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Das Hamburger Biotech-Unternehmen MicroHarvest plant den Aufbau einer industriellen Produktionsanlage für nachhaltige Proteine im Chemiepark Leuna. Für das Vorhaben hat das Startup vor einigen Wochen rund 5,5 Mio. Euro aus der Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft. Der Förderbescheid wurde persönlich von Staatssekretärin im BMWE Gitta Connemann überreicht. Leuna habe sich gegen rund 40 in der Auswahl befindliche europäische Standorte durchgesetzt, heißt es aus dem Unternehmen. Ob andernorts auch eine Ansiedlungsprämie angeboten worden ist, bleibt wohl Betriebsgeheimnis.

Geplant ist eine Anlage mit einer Jahreskapazität von etwa 15.000 Tonnen Protein. Das Investitionsvolumen liegt im mittleren zweistelligen Millionenbereich, der Produktionsstart ist in rund zwei Jahren vorgesehen. Mit dem Projekt sollen etwa 25 neue Arbeitsplätze entstehen.

Proteinherstellung im Großmaßstab

MicroHarvest setzt auf biotechnologische Fermentationsprozesse, um Proteine effizient und ressourcenschonend herzustellen. Für das Unternehmen sei entscheidend gewesen, einen Standort zu finden, an dem sich die Technologie unmittelbar im industriellen Maßstab umsetzen lasse. Der Chemiepark Leuna biete dafür mit vorhandener Infrastruktur, Utilities und einem industriellen Umfeld die passenden Voraussetzungen, erklärte das Unternehmen.

Die Ansiedlung gilt zugleich als positives Signal für den traditionsreichen Chemiestandort, der derzeit – wie große Teile der Branche – unter hohen Energiepreisen, schwacher Nachfrage und zunehmendem internationalem Wettbewerbsdruck leidet. Gleichzeitig entstehen in Leuna durch neue Investitionen und Ansiedlungen zusätzliche Wachstumsimpulse. Mit mehr als 100 Unternehmen und rund 15.000 Beschäftigten zählt der Chemiepark Leuna zu den wichtigsten Industriestandorten der chemischen Industrie in Ostdeutschland.

MicroHarvest hat seine Proteine bisher in zwei Tiernahrungsprodukten unterbringen können, weitere Absatzmärkte mit Spezialmischungen sollen durch das Hochskalieren in Leuna unter konkurrenzfähigen Preisen erschlossen werden.

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