Entwaffnete Mitochondrien

Krankheitserreger schalten mitochondriale Abwehrmechanismen aus, in dem sie dafür sorgen, dass die Mitochondrien ihre Membran abstoßen.

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Die Kraftwerke der Zellen, wie Mitochondrien auch genannt werden, sorgen nicht nur für Energie, sondern normalerweise auch dafür, dass Krankheitserreger keine Chance haben. Forscher um Lena Pernas vom Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns, konnten nun zeigen, dass Krankheitserreger diesen Abwehrmechanismus ausschalten.

 
"Wir wollten wissen, wie sich das Verhalten der Mitochondrien sonst noch verändert, wenn Mitochondrien und Krankheitserreger in der Zelle aufeinandertreffen. Da die äußere Membran dieser Organellen der erste Kontaktpunkt mit den Eindringlingen ist, haben wir uns diese genauer angeschaut", so Forschungsgruppenleiterin Pernas.

Dafür infizierten die Wissenschaftler Zellen mit dem Parasiten Toxoplasma gondii. Unter dem Mikroskop beobachteten sie, dass die Mitochondrien daraufhin große Strukturen ihrer äußeren Membran ablösten. Ursache dafür ist ein Protein des Parasiten, das ein mitochondriales Wirtsprotein nachahmt und an einen Rezeptor auf der äußeren Membran der Mitrochondrien bindet. "Auf diese Weise kapert der Parasit eine normale Reaktion des Wirts auf mitochondrialen Stress. Dies führt zu einer Entwaffnung der Mitochondrien", so Pernas. "Andere Forschende haben gezeigt, dass ein Protein des SARS-CoV-2-Virus ebenfalls an diesen Transportrezeptor bindet. Dies deutet darauf hin, dass der Rezeptor eine wichtige Rolle bei der Interaktion zwischen Wirt und Krankheitserreger spielt. Es sind jedoch weitere Untersuchungen erforderlich, um seine Rolle bei verschiedenen Infektionen besser zu verstehen.“

Schweiz gibt Geld für Horizon-Programm frei

Der Schweizer Bundesrat hat Ende vergangener Woche 650 Mio. Franken für Ausschreibungen im Horizon Europe-Förderprogramm freigegeben. Da die Schweiz als nicht assoziierter Drittstaat gilt, wären Schweizer Wissenschaftler und Unternehmen ohne die Förderung von zwei Dritteln der Ausschreibungen des von 2021 bis 2027 laufenden EU-Programms ausgeschlossen.

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