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Verbundprojekt AVATAR-Transfer startet

Im Verbundprojekt AVATAR-Transfer soll eine praxistaugliche, voll funktionsfähige Plattform zur Verarbeitung von Gesundheitsdaten entstehen, abgestimmt auf den Bedarf der Wirtschaft. Das BMFTR-geförderte Folgeprojekt wird von einem Thüringer Konsortium umgesetzt, koordiniert von InfectoGnostics und der Navimatix GmbH.

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Anfang des Jahres startete mit AVATAR-Transfer das Folgeprojekt von AVATAR, das Ende 2022 mit dem Ziel ins Leben gerufen worden war, die riesigen Datenmengen, die im Gesundheitsbereich anfallen, für die biomedizinische Forschung nutzbar zu machen. Die Projektbeteiligten entwickelten einen Anonymisierungsansatz, der eine datenschutzkonforme Nutzung möglich machen soll. Ihre Arbeit wird nun in AVATAR-Transfer weitergeführt. Dabei widmet sich das Projektkonsortium allen relevanten Fragestellungen rund um die Nutzung von anonymisierten und pseudonymisierten Gesundheitsdaten in Forschung, Entwicklung und Anwendung.

Im Mittelpunkt stehen vier Anwendungsfelder: Therapieunterstützung und Rehabilitation in der Augenheilkunde, Medizintechnik und Post-Market Surveillance sowie die Infektionsforschung. Ziel ist es, innovative Technologien zur Anonymisierung und datenschutzkonformen Nutzung sensibler Gesundheitsdaten weiterzuentwickeln und in realen Anwendungsszenarien zu erproben. Der zentral im Projekt entwickelte „Orchestrator“, der schützenswerte Daten anonym verarbeitet, soll weiter ausgebaut werden und könnte künftig auch außerhalb der Medizin eingesetzt werden.

Der in Jena ansässige IT-Dienstleister Navimatix und der InfectoGnostics Forschungscampus Jena koordinieren das Projekt, an dem insgesamt 16 Partner aus Wissenschaft, Medizin, Wirtschaft, Netzwerken und Recht beteiligt sind. Diese inhaltliche Breite soll sicherstellen, dass die Projektergebnisse praxistauglich sowie rechtlich belastbar sind und gesellschaftlich akzeptiert werden. Diesen Ansatz unterstreicht Dr. Florian Rasche, technischer Leiter von AVATAR-Transfer bei der Navimatix GmbH: „Das Forschungsvorhaben ermöglicht den Einsatz und die Weiterentwicklung innovativer Softwaretechnologien, wie komplexer Anonymisierungsverfahren und automatisierter Software-Sicherheitsaudits. Dabei behalten wir die Anforderungen unserer medizinischen Anwendungspartner im Blick und stellen durch die juristische Analyse Rechtssicherheit her.“

Das AVATAR-Transfer-Projekt wird bis Ende 2028 vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit rund 8,7 Mio. Euro gefördert.

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