Preis des Stifterverbandes an DSMZ-Direktor Jörg Overmann

Ende November wurde Prof. Dr. Jörg Overmann, wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen und Professor an der TU Braunschweig, auf der Jahrestagung der Leibniz-Gemeinschaft in Berlin mit dem Wissenschaftspreis des Stifterverbandes geehrt. Er erhielt die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung für sein herausragende Forschung zur biologischen Vielfalt von Mikroorganismen sowie seinen Einsatz für deren faire wissenschaftliche und wirtschaftliche Nutzung.

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Der Mikrobiologe Jörg Overmann erforscht die biologische Vielfalt von Mikroorganismen – von Tiefseebakterien bis zu Bakteriengemeinschaften an Pflanzenwurzeln. Ihm gelang es, zahlreiche nicht kultivierbare Bakterienarten im Labor zu vermehren und sie so der Forschung zugänglich zu machen. Seit 2010 leitet er als wissenschaftlicher Direktor das Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen, das mit der Datenbank BacDive standardisierte und qualitätskontrollierte phänotypische Daten zu allen bekannten Bakterienarten zur Verfügung stellt – sowohl für die wissenschaftliche Forschung als auch für Unternehmen.

Overmann, Professor an der Technischen Universität Braunschweig, setzt sich außerdem für die Durchsetzung völkerrechtlich festgelegter Regelungen ein, die die Erforschung und Nutzung genetischer Ressourcen betreffen. Sie sind in der Convention on Biological Diversity (CBD) und im Nagoya-Protokoll festgehalten und regeln den Zugang, einen gerechten Vorteilsausgleich sowie die Einhaltung des Artenschutzes. Dabei hat Overmann ein wichtiges Ziel vor Augen: der offene Zugang zu lebenswissenschaftlichen Daten. Gemeinsam mit Kollegen aus 18 Ländern hat er dafür die Einrichtung eines multilateralen Fonds zum Vorteilsausgleich bei gleichzeitig beibehaltenem freien Datenzugang vorgeschlagen.

Sein Engagement für einen freien Zugang zu lebenswissenschaftlichen Daten hob auch Volker Meyer-Guckel, Generalsekretär des Stifterverbandes, hervor:“ Mit Jörg Overmann zeichnen wir einen exzellenten Wissenschaftler aus, der mit seinen großartigen Forschungsarbeiten in die Gesellschaft wirkt und auf ganz besondere Weise Verantwortung übernimmt“, betonte er. „Vor allem sein herausragendes Engagement, Forschungsdaten in dem Bereich Lebenswissenschaften zu öffnen, ist beispielhaft. Jörg Overmann hat durch seine Arbeit eine weltweit einzigartige, freizugängliche Datenbank etabliert. Damit leistet er einen außerordentlichen Beitrag für die globale Erforschung der Biodiversität.“

Der Wissenschaftspreis des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft „Forschung und Verantwortung“ wird alle zwei Jahre an Forscher vergeben, die mit hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen auf sich aufmerksam machen und deren Arbeit sich durch hohe gesellschaftliche Relevanz sowie eine gute Umsetzbarkeit auszeichnet. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und soll den Leistungen der geehrten Wissenschaftler Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit verschaffen.

©transkript.de/MaK

BPI kritisiert Kassen-Report

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI) hat den am vergangenen Freitag erschienenen AMNOG-Report der DAK als tendentiös kritisiert. Es gebe weder eine Kostenexplosion bei den Arzneimittelausgaben noch eine ungebremste Ausgabendynamik, sagte BPI-Hauptgeschäftsführer Kai Joachimson. Deren Anteil liege bei 12% inklusive Abschlägen.

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