Bayer eröffnet Krebsforschungszentrum in Boston

Nachdem die Bayer AG 71 Mio. US-Dollar für die Zelltherapie-Produktionstechnologie der Bostoner Cellino Biotech ausgegeben hat, folgt nun die Eröffnung eines neuen F&I-Zentrums.

ANZEIGE

In Boston sucht das deutsche Großpharma-Unternehmen den Anschluss in der Onkologieforschung. Hier sitzen diverse Spitzenforschungsgruppen, zum Beispiel am Broad-Institut des MIT, und Bayer hofft auf Synergieeffekte durch seine Präsenz in Cambridge. Zudem lockt der direkte Kontakt mit den dort ansässigen Lizenzpartnern wie BlueRock Therapeutics LP oder Affini-T Inc. Auch Bayers Partner Cellino Biotech, der ein photolithographisches Verfahren zur effizienten Produktion autologer Zelltherapien entwickelt hat, ist in Boston ansässig.

Ziel am neuen Forschungszentrum für molekulare Präzisionsonkologie, das bei der Eröffnung 100 Wissenschaftler beherbergte und um 50 weitere wachsen soll, ist die Entwicklung neuartiger zielgerichteter Krebstherapien. Dafür hat der Pharmakonzern extra ein neues Forschungsteam zusammengestellt, das niedermolekulare, Protein- und zellbasierte Krebstherapien entwickeln soll. Denn seit mehr als 50 Jahren sterben rund 90% der Krebspatienten an Metastasen und nur 3% der Medikamenten-Kandidaten erreichen den Markt – weltweit. Daraus lässt sich nur schwerlich ein wissenschaftlicher Fortschritt ableiten, das Krankheitsbild ist hochkomplex und heterogen.

„Bayers Gemeinschaft von Weltklasse-Innovatoren wächst – von unseren internen Experten und Partnern wie Vividion [Firmenzentrale San Diego] bis hin zu unserem globalen Netzwerk von Partnern in Akademien und der Industrie. Viele von ihnen sind hier vor Ort in Boston ansässig“, sagte Christian Rommel, Mitglied des Executive Committee der Division Pharmaceuticals und Leiter der Forschung und Entwicklung bei Bayer. „Unser neues Forschungs- und Innovationszentrum am Kendall Square bringt uns noch näher mit diesen Partnern zusammen, um gemeinsam gegenwärtige Grenzen der medizinischen Innovation zu überwinden und Patientinnen und Patienten wirkungsvolle Gesundheitslösungen anbieten zu können.“ Rommel und seine Mitstreiter setzen somit auf die nächste Innovationswelle, die womöglich die Art und Weise der Krebsbehandlung entscheidend verbessern könnte.

Bis 2030 möchte die Bayer AG zu den Top 10-Onkologieunternehmen zählen. Deshalb investiert sie einen erheblichen Anteil ihres globalen F&E-Budgets in die Onkologie.  Damit ist das Unternehmen jetzt in vier der größten Biotechnologie-Zentren der Vereinigten Staaten vertreten – Boston, San Francisco, San Diego und im Research Triangle Park, NC.

BPI kritisiert Kassen-Report

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI) hat den am vergangenen Freitag erschienenen AMNOG-Report der DAK als tendentiös kritisiert. Es gebe weder eine Kostenexplosion bei den Arzneimittelausgaben noch eine ungebremste Ausgabendynamik, sagte BPI-Hauptgeschäftsführer Kai Joachimson. Deren Anteil liege bei 12% inklusive Abschlägen.

SIE MÖCHTEN KEINE INFORMATION VERPASSEN?

Abonnieren Sie hier unseren Newsletter