Boehringer Ingelheim investiert in Biberach

Die Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG will an den Standorten Biberach und Ochsenhausen in Baden-Württemberg weiter in die Technologie der onkolytischen Viren und Krebsimpfstoffe investieren. Die strategisch konzipierte Investition werde stufenweise in den nächsten Jahren zum Ausbau der Entwicklungs- und Herstellungskapazitäten erfolgen, eine Summe wurde nicht genannt. Das Stuttgarter Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB) erhält mit Landesprojektmitteln eine neue Außenstelle in Biberach.  

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Das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim (BI) plant an den Standorten Biberach und Ochsenhausen in Baden-Württemberg eine strategisch konzipierte, "langfristig angelegte" Investition zum Ausbau der Entwicklungs- und Herstellungskapazitäten von onkolytischen Viren und Krebsimpfstoffen.

Durch die Akquisition des Unternehmens Labor Dr. Merk und Kollegen (2020) sowie den Ausbau des dortigen Standortes unter dem neuen Namen Boehringer Ingelheim Therapeutics im südlich von Biberach gelegenen Ochsenhausen habe BI nicht nur GMP-Expertise in der Virenproduktion erworben, sondern auch andere Akquisitionen aus diesem Bereich an diesem Standort gebündelt und Baufeldvorbereitungen für weitere Laborgebäude getroffen, um virale Therapeutika als eine wichtige Zukunftstechnologie zu etablieren. 

„Die Entscheidung für weitere Investitionen in Baden-Württemberg ist auch deshalb gefallen, weil sich die Landesregierung konsequent und nachhaltig für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen in der BioPharmaCluster-Region South Germany in Ulm, Biberach und Oberschwaben insgesamt einsetzt", so lässt es die Unternehmensleitung verlauten. "Indem wir vor Ort investieren, leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Innovationskraft der Region und Deutschlands“, sagt Dr. Fridtjof Traulsen, Standortleiter Biberach. 

Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann freut sich über die Treue zum Standort Baden-Württemberg und ergänzt: „Wir freuen uns sehr über die Investitionsentscheidung von Boehringer Ingelheim für unseren Standort und werden das Vorhaben nach Kräften unterstützen. Wir wollen deshalb den Forschungsstandort in der Region um Biberach im Bereich der neuen therapeutischen Arzneistoffe weiter stärken. Dafür werden wir mit einer begrenzten Projektfinanzierung den Aufbau einer Außenstelle ‚Virus-basierte Therapien‘ des Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB unterstützen.“  

Dieses Modell einer Fraunhofer-Ansiedelung in direkter Nachbarschaft zu einem großen Pharmaunternehmen scheint Schule zu machen und konnte zuletzt am Standort Penzberg bei Roche Diagnostics beobachtet werden. Da Bayern meist weniger bescheiden auftritt als die westliche Nachbarschaft, ist für diese Ansiedlung und den Aufbau des Fraunhofer-Standorts für Immunologie, Infektions- und Pandemieforschung in Penzberg eine Zahlenangabe öffentlich: rund 80 Mio. Euro teilen sich Bund und Freistaat Bayern für den Anschub bis 2027.

Wie viel Personal und Fördermittel das IGB in Biberach mitbringen wird, ist ebenso wie die konkrete Investitionssumme von Boehringer Ingelheim – die kürzlich Milliardeninvestitionen an ihren österreichischen Standorten in Wien und Niederösterreich bekanntgegeben hatte – derzeit noch nicht in die Öffentlichkeit gelangt.

BPI kritisiert Kassen-Report

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI) hat den am vergangenen Freitag erschienenen AMNOG-Report der DAK als tendentiös kritisiert. Es gebe weder eine Kostenexplosion bei den Arzneimittelausgaben noch eine ungebremste Ausgabendynamik, sagte BPI-Hauptgeschäftsführer Kai Joachimson. Deren Anteil liege bei 12% inklusive Abschlägen.

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