
Innovative Molecules trumpft mit Millionendeal auf
Zwar ist das Unternehmen schon bald zehn Jahre alt, doch Innovative Molecules war bisher nur als Briefkasten in München und einem anderweitig beschäftigten Team geläufig. Erst mit der Finanzierung in den Corona-Jahren konnte dieses mit Myr und Phenex erfolgreiche Team den Fokus auf weitere antivirale Wirkstoffe legen. Offenbar mit Erfolg, denn nun wurde eine erste große Pharmapartnerschaft mit Alfasigma aus Italien vereinbart.
Das Münchner Biotech-Unternehmen Innovative Molecules rückt mit seiner Partnerschaft mit dem italienischen Pharmakonzern Alfasigma ins Rampenlicht. Der Deal bringt frisches Kapital und eine weltweite Lizenz für Adibelivir, ein antiviraler Wirkstoffkandidat der nächsten Generation zur Behandlung der extrem seltenen, lebensbedrohlichen HSV-Enzephalitis.
Noch nie von Innovative Molecules gehört? Das dürfte sich nun ändern. Das klinisch tätige Unternehmen aus München betritt mit der Vereinbarung eine größere Pharma-Bühne. Alfasigma investiert in Innovative Molecules und sichert sich die exklusiven weltweiten Rechte an der parenteralen Formulierung von Adibelivir, einem sogenannten Helicase-Primase-Inhibitor für die Behandlung der HSV-Enzephalitis. Das Gesamtvolumen aus Voraus- und Meilensteinzahlungen kann sich auf bis zu 125 Mio. Euro summieren und ist an Entwicklungs-, Zulassungs- und kommerzielle Erfolge gekoppelt.
HSV-Enzephalitis tritt zwar nur bei schätzungsweise einem von 250.000 bis 500.000 Menschen auf, verläuft jedoch häufig tödlich oder führt bei Überlebenden zu schweren neurologischen Schäden. Trotz jahrzehntelanger Nutzung bestehender antiviraler Therapien haben sich die Behandlungsergebnisse kaum verbessert – der medizinische Bedarf ist entsprechend hoch. Adibelivir wird als langwirksamer Inhibitor entwickelt, der eine bessere Viruskontrolle ermöglichen und damit Überleben und Langzeitprognose verbessern könnte.
Die Vereinbarung teilt die Entwicklung klar auf: Alfasigma übernimmt Entwicklung, Herstellung und Vermarktung der injizierbaren Formulierung für HSV-Enzephalitis und stärkt damit sein Profil in Spezial- und seltenen Erkrankungen. Innovative Molecules behält die Rechte an allen weiteren Darreichungsformen, insbesondere an der oralen Variante von Adibelivir, die sich auf dem Weg in die Phase II-Entwicklung bei genitalem Herpes befindet.
Erfahrenes Antiviral-Team als Schlüsselfaktor
Ein zentraler Grund für den Deal ist das außergewöhnlich erfahrene Management- und Entwicklerteam von Innovative Molecules. Das Unternehmen wurde 2016 gegründet, erhielt aber erst 2021 eine Finanzierung von rund 20 Mio. Euro, um die antivirale Pipeline gezielt voranzutreiben. Das Führungsteam bringt umfangreiche Erfahrung aus erfolgreichen deutschen Biotech-Unternehmen mit:
CEO Florian Vogel war zuvor Geschäftsführer der MYR GmbH (heute Teil von Gilead Sciences) und verantwortete mehrere erfolgreiche Produkteinführungen. CFO Thomas Hoffmann ist Gründer und ehemaliger CFO von Phenex Pharmaceuticals und verfügt über eine langjährige Erfolgsbilanz bei Transaktionen, Lizenzdeals sowie einem Dual-IPO an der NASDAQ und an der Frankfurter Börse. Als Chief Medical Officer fungiert Dr. Alexander Alexandrov, ehemals CMO und Mitgründer von MYR und maßgeblich an der Entwicklung des Hepatitis-D-Medikaments Hepcludex beteiligt. Die wissenschaftliche Basis liefert CSO und Mitgründer Prof. Dr. Gerald Kleymann, der als Entdecker mehrerer antiviraler Wirkstoffe gilt, darunter Letermovir, Pritelivir und IM-250.
Mit einem Wirkstoff in der klinischen Entwicklung und einem finanzstarken Pharmapartner an Bord dürfte Innovative Molecules künftig kaum noch unter dem Radar bleiben.


University of Tartu Institute of Genomics Ancient DNA Laboratory
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