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Kein Knalleffekt: die Geschäftszahlen von Brain Biotech

Die hessische Brain Biotech AG hat mit der Vorlage der Geschäftszahlen des Jahres 2024/25 keine Euphorie entfachen können. Ein Abschlag von rund 10% nach Bekanntgabe spricht eher für Enttäuschung und Ernüchterung, obwohl seit vielen Monaten bekannt ist, dass der Umbau der Firma den Fokus von anderen Segmenten abgezogen hat. Mit Zahlungserwartungen in der Zukunft, die vielversprechend klingen, kann man derzeit wohl nicht überzeugen.

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Die Vorlage des Geschäftsberichts 2024/25 hat die Aktie von Brain Biotech deutlich belastet. Nach Veröffentlichung der Zahlen geriet der Kurs spürbar unter Druck und verlor zeitweise rund zehn Prozent. Umsatz und Ergebnis blieben klar hinter den Erwartungen des Kapitalmarkts zurück.

Der auf industrielle Enzymentwicklung spezialisierte Konzern erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 49,6 Mio. Euro und verzeichnete einen Fehlbetrag von 11,8 Mio. Euro. Auch die Bilanzrelationen verschlechterten sich weiter: Das Eigenkapital sank auf 1,8 Mio. Euro, während die Netto-Finanzverbindlichkeiten knapp 18 Mio. Euro erreichten. Damit fällt die finanzielle Ausgangslage schwächer aus als von Investoren erhofft.

Brain Biotech liefert schwache Zahlen – Aktie unter Druck

Strategisch verweist das Unternehmen auf Fortschritte bei der Kommerzialisierung seiner Technologieplattform. Dazu zählen der Deal mit Royalty Pharma, die Ausgliederung von Akribion Therapeutics sowie Lizenz- und Meilensteinpotentiale von insgesamt deutlich über 100 Mio. Euro. Erste Erlöse aus diesen Vereinbarungen wurden jedoch bereits realisiert, auch aus finanziellen Zwängen heraus? Zudem reicht das Anwendungsspektrum der Enzymtechnologie von Lebensmitteln und Getränken bis hin zu industriellen Recycling- und Rohstoffprozessen.

Operativ befindet sich Brain Biotech weiterhin im Übergang von einem forschungsgetriebenen Anbieter hin zu einem Produktunternehmen – das ist auch keine Überraschung für Beobachter des Unternehmens. Im Kernsegment BRAINBiocatalysts strebt das Management mittelfristig Umsätze von 100 Mio. Euro bei zweistelliger EBITDA-Marge an. Der dafür notwendige Kapazitätsausbau belastet jedoch kurzfristig Ergebnis und Cashflow. Das Unternehmen sieht sich mit rund 6 Mio. Euro auf der hohen Kante ausreichend stabilisiert. Doch für echte Krisensituationen könnte das ein arg dünnes Polster sein.

Für das laufende Geschäftsjahr stellt der Vorstand lediglich ein einstelliges Umsatzwachstum und eine moderate Ergebnisverbesserung in Aussicht. Angesichts des zunehmenden Wettbewerbs – insbesondere aus China – und zurückhaltender öffentlicher Fördermittel fällt der Ausblick vorsichtig aus. Entsprechend bleibt die Aktie trotz strategischer Perspektiven vorerst nur unter Beobachtung des Marktes und erlebt heute kein Neujahrswunder.

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