Uniklinikum Leipzig

Uniklinikum Leipzig gründet Transferzentrale

Die Universitätsklinik Leipzig gründet ein Zentrum für den Technologietransfer und die Beschleunigung der Translation, und man fragt sich unweigerlich: ist das eine Nachricht? Ist das nicht überfällig oder gar eine Selbstverständlichkeit? Offenbar nicht, denn gegründet wird das Zentrum, um den "Schulterschluss der Akteure vor Ort" zu formalisieren.

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Mit der Gründung des MITCenter – Zentrum für medizinische Innovation und Technologie will das Universitätsklinikum Leipzig den Transfer medizinischer Innovationen deutlich beschleunigen. Die neue Tochtergesellschaft soll als Schnittstelle zwischen Klinik, Forschung und Industrie fungieren und Ideen aus dem klinischen Alltag schneller in marktfähige Anwendungen überführen.

Translation beschleunigen

Der Ansatz ist dabei nicht neu – wohl aber seine institutionelle Verankerung. Seit Jahren gilt die mangelnde Übersetzung von Forschungsergebnissen in die Versorgung als Schwachstelle des Systems. Oft fehlt es Unternehmen an klinischer Validierung, Kliniken hingegen am Zugang zu industrieller Umsetzungskompetenz. Genau hier setzt das MITCenter an: Es bündelt medizinisches, technisches und wirtschaftliches Know-how und begleitet Projekte von der wissenschaftlichen Prüfung bis zur Markteinführung.

Das MITCenter soll künftig Partnern Zugang zu klinischer Expertise und realen Anwendungsumgebungen bieten und zugleich als Ansprechpartner entlang des gesamten Innovationsprozesses dienen. In der aktuellen Aufbauphase werden Strukturen geschaffen und das Team erweitert – mit dem Anspruch, sich als zentrale Innovationsplattform für Mitteldeutschland zu etablieren.

Besser spät, als nie …

Der Schritt wirft zugleich die Frage auf, warum erst jetzt? Denn der Bedarf an strukturierten Transferplattformen ist seit langem bekannt – nicht zuletzt vor dem Hintergrund steigender Innovationsdynamik in Medizintechnik und Digital Health. Mit Formaten wie dem am Standort etablierten ICCAS – dem bereits 2005 gegründeten Innovationszentrum für Computer-assistierte Chirurgie, das wie auf einer eigenen Krankenhausstation modernste klinische Entwicklungen realitätsnah überprüfen hilft – bringt Leipzig zwar langjährige Erfahrung in der anwendungsnahen Forschung mit, doch erst mit der neuen Gesellschaft entsteht eine zentrale, operativ ausgerichtete Einheit.

„Mit dem MITCenter schließen wir die Lücke zwischen universitärer Forschung, medizinischen Spezialisten und Unternehmen, die an Gesundheitstechnologien arbeiten“, sagte Dr. Robert Jacob, Kaufmännischer Vorstand des UKL. „Die Gründung erfolgt daher auch in engem Schulterschluss und unter Beteiligung der Universität Leipzig und der medizinischen Fakultät“, so Jacob weiter. Das ist eine weitere, allzuübliche Formulierung in der Translationsbeschleunigung landauf und landab, bei der man sich als Ausßenstehender nur fragen kann: ja wie denn sonst?

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