Sartorius und das irische NIBRT errichten in Dublin ein Trainingszentrum für hochproduktive und kontinuierliche Bioprozesse. Sartorius stattet es mit der Pionic-Plattform aus. Ab dem vierten Quartal 2026 sollen dort jährlich mehr als 1.000 Wissenschaftler, Ingenieure und Studierende praktische Erfahrungen mit modernen Bioproduktionsverfahren sammeln.
Der britische Gründer Dr. Jonathan Talbot ist mit dem Strüngmann Award 2026 ausgezeichnet worden. Die Jury würdigte sein Gespür für wissenschaftliche Potenziale und deren Überführung in therapeutische Entwicklungsprogramme. Talbot gründete unter anderem Mosanna Therapeutics und leitet heute Melodia Therapeutics. Er gibt gescheiterten Wirkstoffen eine „zweite Chance“.
Die Finanzierungsrunde in Wien führten Heal Capital und Ananda Impact Ventures an. Mit der multimodalen Liquid-Biopsy-Plattform Aitios® will Aitiologic gewebespezifische Informationen aus zellfreier DNA gewinnen. Erste Anwendung ist die Risikostratifizierung von Präeklampsie im ersten Schwangerschaftsdrittel. Rebecca Ertl wird gleichzeitig Chief Medical Officer.
Evonik hat im slowakischen Slovenská Ľupča den Grundstein für eine Erweiterung seiner Biotechnologie-Kapazitäten gelegt. Das Projekt ist Teil einer Investition von rund 80 Mio. Euro in das Auftragsgeschäft mit pharmazeutischen Wirkstoffen. Die Downstream-Fermentation soll ab Anfang 2028 zusätzliche Kapazitäten und rund 50 Arbeitsplätze schaffen.
Die BIOWEG GmbH, Quakenbrück, hat weitere 14 Mio. Euro von Rabobank Ventures sowie 10,3 Mio. Euro an EU-Fördermitteln eingeworben. Die gesamte Serie A-Runde beläuft sich damit auf 30 Mio. Euro. Die Fördermittel stammen aus dem Wettbewerb „Produktives.NRW“. Mit den Mitteln plant das Unternehmen den Bau einer Bakterienzellulose-Produktionsanlage in Nordrhein-Westfalen.
Der Roche-Partner MediLink meldet positive Phase III-Daten für das B7-H3-ADC Tam-Peli beim rezidivierten kleinzelligen Lungenkrebs. Gegen eine Chemotherapie verlängerte es das mediane Gesamtüberleben von 9,4 auf 13,3 Monate und senkte das Sterberisiko um 54%. Das PFS stieg von 2,8 auf 7,4 Monate, die Ansprechrate von 9,7% auf 59,1%. Die Daten stammen aus China.
Eine knappe Verdoppelung des Überlebens zeigt eine Immunonkologie-Studie von BioNTech gemeinsam mit OncoC4 beim Plattenepithelkarzinom der Lunge. Aktuell präsentieren die Mainzer auf dem Weltkongress zum Thema Lungenkrebs in Seoul diverse klinische Daten. Auch der Hoffnungsträger Pumitamig kann weiter überzeugen.
Die US-amerikanische Laborkette Labcorp (über 70.000 Beschäftigte) übernimmt das deutschstämmige Zentrallabor MLM medical Labs GmbH mit rund 200 Mitarbeitern, das auf Labortests in klinischen Studien spezialisiert ist. Der Zukauf erweitere die Präsenz in den USA, Deutschland und Südafrika und schaffe einen Anbieter zentraler Labordienstleistungen auf vier Kontinenten.
GSK will sein Impfstoffwerk in Dresden schließen. Die Produktion soll bis Ende September 2027 auslaufen, der Standort bis Sommer 2028 vollständig geschlossen werden. Betroffen sind rund 650 Beschäftigte. GSK begründet den Schritt mit technologischer Wende bei Grippeimpfstoffen (mRNA). Die Politik ist überrascht, Verhandlungen über Alternativen sollen nun starten.
Um den agnostischen mRNA-Kandidaten ETH47 weiter klinisch zu entwickeln, erhält der Münchner RNA-Spezialist eine millionenschwere Unterstützung der EIB, darin eine 30-Mio.-Euro-Kreditlinie zur schnellen Nutzung. Damit soll der breit angelegte antivirale Ansatz in der Klinik vorankommen. EIB diagnostiziert ein Marktversagen im Bereich der Pandemievorbereitung.
