Boehringer Ingelheim intensiviert seine Aktivitäten im Bereich Autoimmun- und Entzündungserkrankungen durch eine Partnerschaft mit dem britischen Biotech-Unternehmen Sitryx. Die Vereinbarung könnte bis zu 500 Mio. US-Dollar an Vorab- und Meilensteinzahlungen für Sitryx generieren. Im Fokus steht ein oraler Inhibitor zur Modulation immunrelevanter Zellen.

Die Leverkusener Bayer AG meldete auf einer Konferenz positive Phase III-Daten: In der PEACE-3-Studie senkte die Kombination aus Radium-223-dichlorid und Enzalutamid bei Männern mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom und Knochenmetastasen das Sterberisiko um 24% gegenüber Enzalutamid allein. Das mediane Gesamtüberleben stieg auf 38,2 Monate.

20 Jahre nach der Gründung steht die Aicuris Anti-infective Cures AG vor dem Exit: die japanische Asahi Kasei übernimmt das Wuppertaler Biotech-Unternehmen für 780 Mio. Euro. Mit antiviralen Therapien für immungeschwächte Patienten hat sich Aicuris eine starke Pipeline aufgebaut. Der Abschluss ist für das erste Halbjahr 2026 geplant.

Die Ethris GmbH, Evonik und Bavarian Nordic sind Teil des EU-Konsortiums NOFLU, das von der EU-Behörde HaDEA zunächst 13 Mio. Euro erhält – bei einem Gesamtvolumen von bis zu 148 Mio. Euro. Gefördert wird die Entwicklung eines inhalierbaren mRNA-Impfstoffs gegen pandemische Influenza. Zuerst sollen die Sicherheit und Immunantwort der Ethris-Plattform getestet werden.

Die Geschäftszahlen der hessischen Brain Biotech AG zünden nicht gerade ein Feuerwerk der guten Botschaften, doch die leichten positiven Trends sprechen zumindest für eine Stabilisierung. Die größten Hoffnungsträger hat der Entwickler und Hersteller von Enzymen nun im Bereich von Pharma, die Beteiligungen in diesem Bereich helfen über Meilensteine der Bilanz.

Die Sandoz Group AG hat im Geschäftsjahr 2025 den Nettoumsatz auf rund 11,1 Mrd. US-Dollar und damit um Plus 13% gesteigert. Grund seien die Biosimilarprodukte. Für 2026 rechnet Sandoz mit einem Umsatzwachstum im mittleren bis oberen einstelligen Bereich sowie einer weiteren Expansion der Kern-EBITDA-Marge, unter anderem gestützt auf neue Biosimilar-Markteinführungen.

Die Formycon AG (München) meldet positive pivotale Pharmakokinetik-Daten für den Keytruda®-Biosimilar-Kandidaten FYB206 (Pembrolizumab). Die pharmakokinetische Äquivalenz zum Referenzpräparat wurde erreicht. Formycon bereitet nun die Zulassungsdossiers vor, um das Biosimilar nach Patentablauf (2030) marktbereit zu haben. Keytruda macht 30 Mrd. US-Dollar Jahresumsatz.

Die Patentklippe der drohenden Umsatzverluste wurde kürzlich von Goldman Sachs Research thematisiert, die schätzten, dass bis 2030-2035 durch Patentabläufe die Größenordnung von 600 Mrd. US-Dollar aus den Bilanzen verschwinden dürfte. Besonders betroffen davon seien Abbvie, Pfizer und Gilead. Und nun kauft Gilead für 7,8 Mrd. US-Dollar die Zelltherapiefirma ArcellX.

Die Rnatics GmbH hat eine Förderung des BMFTR in Höhe von 2,7 Mio. Euro erhalten. Diese Mittel ermöglichen die klinische Entwicklung von RCS-21 anzugehen, das als first-in-class inhalierbares RNA-Therapeutikum gegen schwere entzündlich-fibrotische Lungenerkrankungen entwickelt werden soll. Zielmolekül ist die microRNA-21, die im Hintergrund näher beleuchtet wird.

Die Europäische Kommission hat das Biosimilar Ranluspec® (Ranibizumab) der Sandoz Group AG zugelassen. Gegen VEGF-A gerichtet, ist es für nAMD und weitere Netzhauterkrankungen indiziert (Original Lucentis von Novartis/Genentech). Der Marktstart in Europa ist für H2 2026 geplant. Sandoz stärkt damit seine Position im Ophthalmologie-Markt und bei Biosimilars generell.