BVMed

Medtech-Branche leicht optimistisch

Die Stimmung in der deutschen Medtech-Branche hat sich gegenüber den Vorjahren weiter aufgehellt. Dies belegen die Ergebnisse der diesjährigen Mitgliederbefragung des Branchenverbandes BVMed. Sie wurden Anfang Oktober in Berlin vorgestellt.

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Die diesjährige Umfrage des Branchenverbandes BVMed unter seinen Mitgliedern umfasste 29 Fragen, die im August und September an 220 Mitgliedsunternehmen verschickt wurden. 120 Unternehmen nahmen sich die Zeit, sie zu beantworten, und gaben einen Einblick in die Lage der Branche.

Das Gute zuerst: Die 120 teilnehmenden BVMed-Mitgliedsunternehmen erwarten in Deutschland für dieses Jahr einen Umsatzanstieg von 3,9 Prozent gegenüber 2025. 33 Prozent dieser Unternehmen wollen ihre Investitionen in Forschung und Entwicklung in den kommenden fünf Jahren steigern, 32 Prozent das aktuelle Niveau halten.

Die Medizintechnik-Branche ist immer noch ein Jobmotor und schafft weitere Arbeitsplätze. 37 Prozent erhöhen die Zahl ihrer Beschäftigten, 38 Prozent halten sie stabil.

Auch hier macht sich er Fachkräftemangel bemerkbar. Gesucht werden vor allem lernende kaufmännische Berufe, Ingenieure, lernende technische Berufe, Medizintechniker, Informatiker beziehungsweise Data Scientists, Naturwissenschaftle sowie Pflegekräfte. Offene Stellen gibt es vor allem im Vertrieb, hier suchen fast 80 Prozent der BVMed-Unternehmen in Deutschland neue Mitarbeiter.

Eine weitere Verbesserung zeigte sich im BVMed-Innovationsklimaindex, der auf 4,4 von 10 Punkten gestiegen ist. BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll sieht in dem Wert die gestiegene Hoffnung der Branche, „dass die Politik die Probleme des Standorts nicht nur erkannt hat, sondern nun auch geeignete Gegenmaßnahmen umsetzt und die Unternehmen von überflüssiger Bürokratie befreit und Prozesse beschleunigt.“

10-Punkte-Forderungskatalog

Um den Forderungen der Branche Nachdruck zu verleihen, stellte der BVMed neben den Umfrageergebnissen auch einen 10-Punkte-Forderungskatalog an die Bundesregierung vor. Ziel sei es, den MedTech-Standort Deutschland zu stärken und eine smarte Gesundheitsversorgung durch technologische Innovationen zu ermöglichen. „Der Herbst der Reformen muss jetzt kommen. Wir brauchen ein einheitliches und strategisches Handeln der Bundesregierung. Ein Schlüssel für den Weg aus der Krise ist die Innovationskraft der industriellen Gesundheitswirtschaft, insbesondere der MedTech-Branche. Wichtig ist jetzt eine abgestimmte und ressortübergreifende Gesamtstrategie, die den Unternehmen Verlässlichkeit und Planungssicherheit für Investitionen gibt“, so der BVMed-Vorstandsvorsitzende Mark Jalaß.

Stark steigende Kosten bremsen

Aber auch wenn die Umfrageergebnisse in einigen Bereichen auf eine leichte Verbesserung hindeuten, bleiben die Herausforderungen für die KMU-geprägte Medizintechnik-Branche enorm.

Eine Verschlechterung der Gewinnsituation aufgrund der stark steigenden Kosten am Standort Deutschland erwarten 45 Prozent der Unternehmen. 63 Prozent der befragten BVMed-Unternehmen nennen den zunehmenden bürokratischen Aufwand als Kostentreiber, 60 Prozent die steigenden Personalkosten sowie 58 Prozent die steigenden Logistik- und Transportkosten. Weitere Gründe sind die Sparmaßnahmen im GKV-System (55 Prozent) sowie der Preisdruck durch Einkaufsgemeinschaften und Klinikketten (52 Prozent).

Das alles wirkt sich auch auf die Investitionen am Standort Deutschland aus, die gegenüber dem Vorjahr insgesamt stagnieren. 27 Prozent der befragten Unternehmen verlagern Investitionen ins Ausland, insbesondere in die USA, nach China und Indien.

FDA statt MDR

Der zähe Prozess um Verbesserungen des europäischen MDR-System verstärkt einen Trend, er sich seit einigen Jahren abzeichnet: Inzwischen präferiert eine deutliche Mehrheit von 62 Prozent der Unternehmen (2025 56 Prozent) das FDA-System. Nur 9 Prozent der BVMed-Mitglieder ziehen das MDR-System der EU vor. Möglicherweise würden sich diese Zahlen wieder ändern, wenn die schon lange bekannten Forderungen der Unternehmen endlich gehört würden: 77 Prozent der befragten Unternehmen wünschen sich weniger Bürokratie. Sie fordern außerdem die Abschaffung der Rezertifizierung alle fünf Jahre, vorhersehbare und klare Fristen sowie Fast-Track-Verfahren für Innovationen berechenbare Kosten, die gegenseitige Anerkennung von ausländischen Zulassungen sowie mehr Verfahrens-Transparenz bei den Benannten Stellen.

Zu allen Ergebnissen der Herbstumfrage

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