BIOTRONIK

Studie für elektrodenlosen Herzschrittmacher startet

Das Berliner Medizintechnikunternehmen BIOTRONIK SE & Co. KG begann Ende März mit einer internationalen Studie zur Bewertung seines elektrodenlosen Herzschrittmachersystems LivIQ. Die Studie soll das eingesetzte Far Field Sensing und die AV-Synchronie mit realen klinischen Daten validieren. und damit die Evidenz für die weltweite Zulassung liefern.

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Elektrodenlose Herzschrittmacher gewinnen zunehmend an Bedeutung, denn ihr Einsatz kann potenzielle Komplikationen vermeiden. Sie kommen ohne Schrittmachertasche und Elektroden aus. Das verringert Infektionen oder Taschenprobleme. Außerdem ist der Eingriff weniger invasiv.

Das elektrodenlose Herzschrittmachersystem LivIQ-System der Berliner Biotronik nutzt ein bewährtes Far‑Field‑Sensing, um elektrische Signale des Vorhofs zu erkennen und einen VDD-Modus mit nur einem Gerät zu ermöglichen. Dieser Ansatz soll eine zuverlässige AV‑Synchronie in vielfältigen klinischen Situationen unterstützen. Der Implantationskatheter bietet laut Biotronik eine hervorragende Manövrierbarkeit und ermöglicht eine präzise Kontrolle.

Dr. Andreas Hecker, Chief Technology Officer von Biotronik, erläuterte, dass das Unternehmen damit seinem Ziel immer näher käme, Medizinern eine noch intuitivere und leistungsstärkere elektrodenlose Schrittmacherlösung anzubieten: „LivIQ vereint zwei wesentliche Weiterentwicklungen: ein besonders leicht zu handhabendes Katheterdesign und ein neues Sensing-Konzept, das die Therapie in noch mehr klinischen Situationen unterstützt.“

Rund 325 Patienten an bis zu 60 internationalen Studienzentren nehmen an der prospektiven, multizentrischen klinischen Studie teil. Sie untersucht die Sicherheit des Systems, die Stimulationsleistung, das Verhalten der AV‑Synchronie sowie die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten. Damit liefert sie die notwendige Evidenz für globale Zulassungsanträge.

Die ersten Implantationen im Rahmen der Studie erfolgten in Japan am Kokura Memorial Hospital in Kitakyushu sowie am National Cerebral and Cardiovascular Center (NCVC) in Osaka. „Die Implantation des Biotronik-Systems verlief bemerkenswert unkompliziert. Die Katheterführung und das Freisetzen des Geräts waren sehr intuitiv. So konnten wir eine präzise Positionierung und hervorragende erste Ergebnisse erzielen“, so Dr. Kenji Ando, Kardiologie, Kokura Memorial Hospital. Studienleiter Dr. Kengo Kusano vom NCVC ergänzte: „Ich freue mich, dass sich eine überzeugende Option für einen elektrodenlosen Einkammergerät abzeichnet, die eine zuverlässige AV-Synchronie und zugleich eine langfristige Leistungsfähigkeit verspricht.“

Vor rund einem Jahr hatte Biotronik entschieden, den Fokus künftig stärker auf aktive implantierbare medizinische Geräte zu legen, um den wachsenden Herausforderungen für das Gesundheitssystem begegnen zu können.

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