BIOPRO Baden-Württemberg GmbH / Frank Eppler

Künstliche Intelligenz und Robotik in der Medizin

Der TREFFpunkt Gesundheitsindustrie 2026 beschäftigte sich mit den Fragen, wie Automatisierung, Robotik und Künstliche Intelligenz die Medizin verändern, welche Chancen sie bieten, aber auch ihre Herausforderungen für die Gesundheitswirtschaft.

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Mitte März hatten die Landesgesellschaft BIOPRO Baden-Württemberg und die BioRegio STERN Management GmbH zum TREFFpunkt Gesundheitsindustrie 2026 nach Stuttgart eingeladen. Das große Thema lautete „Mensch. Maschine. Miteinander? KI & Robotik in der Medizin“ und die Teilnehmer tauschten sich dazu rege in interaktiven Diskussionsformaten über die aktuellen Entwicklungen sowie deren Bedeutung für die Zukunft des Gesundheitsstandorts Baden-Württemberg aus. Bereits jetzt verändern der Einsatz von KI und Robotik Arbeitsabläufe und sie eröffnen neue Möglichkeiten in Forschung, Produktion und Medizin. Doch wie kann und muss das Zusammenspiel von Menschen und Maschine in der Gesundheitswirtschaft funktionieren und welche Potenziale bietet es? Ein Fazit der Veranstaltung: Der Einsatz der Technologien eröffnet unzählige neue Möglichkeiten – wenn Mensch und Maschine intelligent zusammenarbeiten.

Innovationstreiber Gesundheitsindustrie
In seinem Grußwort zum Veranstaltungsauftakt betonte Ministerialdirektor Michael Kleiner (Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg), dass Automatisierung, Robotik und KI für die Wettbewerbsfähigkeit nahezu aller Branchen von zentraler Bedeutung seien, aber „Gerade im Gesundheitsbereich sind sie entscheidende Treiber für Innovation, Effizienz und Versorgungssicherheit – und damit auch für die Wertschöpfung der vielen erfolgreichen Unternehmen im Land.“

Johannes Sarx, Geschäftsführer der BIOPRO Baden-Württemberg GmbH, hob in seiner Ansprache das Potenzial moderner Technologien und ihrer Rolle für die Medizin von morgen hervor und verwies auf mögliche Hürden. „Durch den Zugang zu strukturierten und qualitativ hochwertigen Gesundheitsdaten wächst die physische und digitale Medizin immer stärker zusammen. Innovationen aus Baden- Württemberg spielen eine Schlüsselrolle: Sie machen die Versorgung patientenorientierter, ermöglichen die frühzeitige Erkennung von Krankheiten und eröffnen Wege zu individualisierten Therapien“, so Sarx. „Robotik, Automatisierung und KI haben längst Einzug in Medizin und Produktionshallen gehalten. Sie sind Werkzeuge, die uns befähigen, Medizin neu zu denken. Mit diesem Wandel gehen ethische und strukturelle Fragen einher, die wir nur gemeinsam verantwortungsvoll beantworten können.“

Anschließend beleuchtete Dr. Richard Scholz von der WifOR GmbH in seinem Vortrag die wirtschaftliche Bedeutung der Gesundheitsindustrie in Baden-Württemberg. Die Branche zähle zu den wichtigsten Zukunftsfeldern im Land und verbinde starke Akteure aus Medizintechnik, Pharma, Biotechnologie und digitaler Gesundheit.

KI und Automatisierung verändern Medizin und Produktion
In einem Tandem-Vortrag zeigten Prof. Dr. Urs Schneider vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA und Prof. Dr. Sascha Gravius von der Universitätsmedizin Mannheim, wie Automatisierung, Robotik und KI Forschung, Entwicklung und klinische Versorgung bereits heute verändern.

In der anschließenden Paneldiskussion diskutierten Experten aus Wissenschaft, Start-ups und Industrie – darunter Vertreter von dxOmics, KyooBe Tech, Neura Robotics, der Hochschule Reutlingen und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) – über konkrete Anwendungen und zukünftige Potenziale dieser Technologien für die Gesundheitswirtschaft.

Welche Rolle die Datenanalyse für zukünftige medizinische Innovationen spielen kann, zeigte Dr. Sandra Bobersky vom Zentrum für Künstliche Intelligenz, Medizininformatik und Datenwissenschaften der Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum auf unterhaltsame Weise im Science Slam mit dem Titel „Daten retten Leben“.

Innovationen aus Baden-Württemberg
Am Nachmittag wurden im Pitch-Format neue Entwicklungen vorgestellt. So unter anderem Mikro- und Nanoroboter für die Tumortherapie, automatisierte Herstellungsverfahren für Nanopartikel für die medizinische Diagnostik sowie KI-gestützte Systeme zur Früherkennung von Schwangerschaftskomplikationen.

Weitere Impulse zu Zukunftstechnologien lieferten Experten von Cyber Valley und dem IPAI, die über das Innovationspotenzial von Robotik und KI in Baden- Württemberg sprachen.

Auswirkungen der Automatisierung
Ein weiterer Fokus der Veranstaltung war die gesellschaftliche Dimension der Automatisierung. An interaktiven Thementischen diskutierten die Teilnehmer Fragen nach Vertrauen, Kontrolle und Akzeptanz von KI in der Medizin sowie nach der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine.

Die abschließende Diskussionsrunde widmete sich der zentralen Frage: „Wie viel Automatisierung ist gesund?“ Darin beleuchteten Experten aus Industrie und Forschung die Chancen, aber auch die Herausforderungen der Mensch-Maschine-Interaktion und der Automatisierung im Gesundheitswesen.

Der TREFFpunkt Gesundheitsindustrie wird einmal jährlich ausgerichtet. Der Veranstaltungsort befindet sich jedes Jahr in einer anderen, für die Gesundheitsindustrie zentralen Region in Baden-Württemberg.

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