Nach Jahren erbitterter Debatten hat das Europäische Parlament den Weg für Neue genomische Techniken freigemacht. Während Züchter und Forscher von einem überfälligen Modernisierungsschritt sprechen, warnen die Grünen vor einer Deregulierung. Die wissenschaftliche Evidenz spricht allerdings eher für die Befürworter. Wenn der Nebel verraucht ist, könnte auch wieder in den Vordergrund gerückt werden, um welche neuen Pflanzensorten es eigentlich geht, und was die Technologie dabei möglich macht. Einige deutsche Saatgutzüchter zeigen sich durchaus erleichtert, im internationalen Wettbewerb auch die heimische Region bearbeiten zu können.
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Das EU-Parlament hat abgestimmt, und eine knappe Mehrheit hat sich für mehr Freiheit in der Nutzung von genom-editierenden Methoden in der Pflanzenzucht ausgesprochen. Viele Fragen bleiben offen, da die Abgeordneten ein striktes Verbot der Patentierung solcher neuen Pflanzensorten in ihren Beschluss aufgenommen haben, was die EU-Kommission selbst vorab ausdrücklich nicht in ihre Vorlage aufgenommen hatte. Das Echo ist je nach Parteibuch sehr unterschiedlich. Der weitere Weg der Reform hält noch einige Hürden bereit.
Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) haben eine Ad-hoc-Stellungnahme veröffentlicht. Darin bekräftigen sie ihre Unterstützung für den Verordnungsentwurf zur Einstufung gentechnisch veränderter Pflanzen, den die Europäische Kommission am 5. Juli 2023 vorgelegt hat. Beide Organisationen fordern eine wissensbasierte Positionierung Deutschlands.
Verschiedene Pflanzenarten bilden denselben Stoff auf unterschiedlichen Wegen. Zu dieser Erkenntnis kamen Forscher des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie in Jena. Die Biosynthese entwickelte sich im Laufe der Evolution unabhängig voneinander.

Roman Thomas, KWS AG
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