Erstmals haben Wissenschaftler eine hochauflösende, chromosomenbasierte Referenzkarte des Hopfengenoms erstellt. Ihre in Nature Communications veröffentlichte Arbeit gilt als bislang umfassendste genetische Vermessung der Pflanze.

Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben ein laserbasiertes Verfahren entwickelt, mit dem sich mikroskopisch kleine und empfindliche Proben erstmals kontaktfrei in alle drei Raumrichtungen drehen lassen. Die Technologie soll hochauflösende 3D-Aufnahmen biologischer Strukturen verbessern und könnte neue Möglichkeiten für die medizinische Grundlagenforschung eröffnen.

Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung von Akribion Therapeutics sowie von Forschern aus Würzburg hat ein neues CRISPR-Verfahren entwickelt, mit dem sich einzelne Zellen anhand ihrer RNA-Signatur gezielt eliminieren lassen. Die in Nature veröffentlichte Arbeit zur Nuklease Cas12a2 eröffnet potenzielle Anwendungen in Onkologie, bei Autoimmunerkrankungen sowie in der Infektionsmedizin und verschafft der Gentherapie eine hochspezifische Waffe.

Neue Ansätze gegen Hirntumoren: Forscher der Empa (Schweiz) entwickeln Nanozyme, die per Infrarotlicht direkt im Gehirn aktiviert werden. Ziel ist eine präzisere, lokal wirksame Therapie – ein möglicher Fortschritt bei bislang schwer behandelbaren Tumoren. Das Projekt befindet sich noch in der Frühphase.

Die wirtschaftliche Entwicklung der Branche bleibt verhalten. So erreichte der deutsche Markt für In-vitro-Diagnostik (IVD) im Jahr 2025 ein Volumen von 2,38 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Rückgang von 0,8 Prozent. Auch der Bereich Life Science Research (LSR, Abbildung) verzeichnete mit einem Umsatz von 3,81 Mrd. Euro einen leichten Rückgang um 0,5 Prozent.

Die analytica 2026 verzeichnet mehr Aussteller und Besucher und bestätigt ihre Rolle als internationaler Branchentreff. Im Fokus standen vor allem KI, Automatisierung und digitale Labore. Rund 35.000 Teilnehmer informierten sich in München über aktuelle Entwicklungen in Analytik, Labortechnik und Biotechnologie. China ist ein Thema, doch wegen stagnierender Zahlen dominiert eher der Wunsch der Laborausrüster, wieder mehr Aufmerksamkeit in Gesellschaft und Politik zu erhalten.

Mit einer neuen Baukastenmethode aus Genf eröffnen Forscher Möglichkeiten zur über bestimmte Zelloberflächenmarker zielgerichteten zellulären Adressierung von Wirkstoffen, ohne dabei einen Antikörper zu benötigen. Über eine Hybridization Chain Reaction (HCR) genannte Methode wird das Effektormolekül nur wirksam zusammengesetzt, wenn die ausgewählten unterschiedlichen Biomarker auch wirklich gemeinsam auf einer Zelle vorhanden sind.

Eine neue Methode zur über Magnetpartikel gesteuerten lokal angereicherten Abgabe von Wirkstoffen könnte die Off-Target-Effekte bei RNA-Therapien deutlich reduzieren. Die Arbeiten aus dem Labor Thomas Thum an der Medizinischen Hochschule Hannover haben es damit auf die Titelseite eines Wissenschaftsmagazins geschafft.

Ein internationales Forschungsteam mit Schwerpunkt in Barcelona, Spanien, hat eine neue Methode entwickelt, mit der sich die Aktivität von Spleißfaktoren – zentralen Regulatoren der Genverarbeitung – deutlich präziser bestimmen lässt. Die Technik liefert neue Einblicke, wie Tumorzellen genetische Informationen verändern, um Wachstum, Immunflucht oder Therapieresistenz zu fördern. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht.

Oft wird beklagt, dass der deutsche Mittelstand Innovationen aus den vielen Life-Sciences-Start-ups der Republik zu zögerlich aufnimmt. Die Kooperation von Bürkert und Green Elephant Biotech (Gießen) zeigt, dass es auch recht schnell gehen kann.