Olaf Scholz besucht Biontech in Marburg

Im Verbund mit einem Bürgerdialog im hessischen Marburg als Wahlkampfauftakt für die Landtagswahlen im Herbst besuchte Bundeskanzler Olaf Scholz die Produktionsstätte von Biontech vor Ort. Im Zusammenhang mit den Globalisierungsbestrebungen des Mainzer Unternehmens hob Scholz die Investition in den Heimatstandort besonders hervor.

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Bundeskanzler Olaf Scholz besuchte am Donnerstag die neue Herstellungsstätte von Biontech in Hessen gemeinsam mit den Biontech-Mitgründern Prof. Dr. Ugur Sahin, CEO, und Prof. Dr. Özlem Türeci, CMO.

Biontech wird mit der neuen Produktionsstätte einen Großteil des derzeitigen regulären Bedarfs an Plasmid-DNA nun eigenständig herstellen können, sobald sie betriebsbereit ist und alle behördlichen Genehmigungen vorliegen. Temporäre Bedarfsspitzen wird das Unternehmen weiterhin mithilfe von Partnerunternehmen abdecken. Die lokale Produktion soll die Flexibilität und Autonomie von Biontech bei der Herstellung von Ausgangsmaterialien für seine Onkologie- und COVID-19-Impfstoffpipelines sowie die Unabhängigkeit des Unternehmens bei der Pandemievorsorge erhöhen.

Medial war Biontech und das Gründerteam in den vergangenen Tagen wegen der neuen internationalen Standorte, aber auch strategischen Partnerschaften wie denen mit Großbritannien in Sachen Durchführung klinischer Studien kritisch begleitet worden. Ein "Auswanderung der Coronahelden" prägte manche Schlagzeile. Sicherlich kann gerade die Beziehung zu den klinischen Zentren in Großbritannien auch als ein Signal an Deutschland und die EU verstanden werden, dass Geschwindigkeit und wohlwollende Regulierung ein Standortplus sind. Dass ein weltweit agierendes Unternehmen wie Biontech aber nun in einer anderen Liga spielt, als sich mit rein nationalen oder gar regionalen Befindlichkeiten überhaupt zu befassen, muss erst noch in die Community einsickern. Olaf Scholz hielt sich mit dieser Kritik gar nicht erst länger auf, sondern kommentierte die Investition in Marburg ganz pragmatisch als Zeichen von Standorttreue: „Die medizinische Biotechnologie ist eine Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. Die Pandemie hat bewiesen, was Deutschland als Standort für Innovationen und Herstellung von Medikamenten leisten kann. Deutschland und Europa werden durch den Aufbau lokaler Wertschöpfungsketten resilienter. Die Investition von Biontech ist eine sehr gute Nachricht“, so Bundeskanzler Scholz.

„Seit der Übernahme unserer Herstellungsstätte in Marburg im Herbst 2020 haben wir kontinuierlich in den Standort investiert, um unsere Herstellungskapazitäten und -möglichkeiten zu erweitern. Die Herstellung von Plasmiden ist ein spannender und wichtiger Teil bei der Herstellung von mRNA, den wir voraussichtlich bald selbst abdecken können", sagte Prof. Dr. Ugur Sahin, CEO und Mitbegründer von Biontech. „Wir planen, am Standort in Marburg verstärkt mRNA-basierte Produkte für unsere klinischen Studien herzustellen, während wir gleichzeitig die kommerzielle Herstellung von personalisierten onkologischen Therapien vorbereiten.“

Biontech rechnet für die neue Herstellungsstätte mit Gesamtinvestitionen in Höhe von rund 40 Mio. Euro. Als Teil eines langfristigen Entwicklungsplans habe Biontech innerhalb der vergangenen zwei Jahre kontinuierlich in den Standort investiert und mit rund 700 Mitarbeitern die Anzahl an Personal mehr als verdoppelt. Die Produktpipeline umfasst aktuell 22 Produktkandidaten, die in 26 klinischen Studien evaluiert werden. In Marburg werden auch die Einzelteile des verschiffbaren Produktionscontainers gefertigt, den Biontech beispielsweise derzeit in Afrika an verschiedenen Standorten installiert.

VDGH kritisiert geplante Kostensenkung

Den Beschluss des Bewertungsausschusses zur Vergütung labormedizinischer Leistungen, die Vergütung von IVD-Tests vom 1. Januar 2025 um bis zu 70% zu senken, hat der Diagnostikverband VDGH als „existenzgefährdend für die mittelständisch geprägte Diagnostikbranche“ kritisiert.

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