Mit einer neuen Baukastenmethode aus Genf eröffnen Forscher Möglichkeiten zur über bestimmte Zelloberflächenmarker zielgerichteten zellulären Adressierung von Wirkstoffen, ohne dabei einen Antikörper zu benötigen. Über eine Hybridization Chain Reaction (HCR) genannte Methode wird das Effektormolekül nur wirksam zusammengesetzt, wenn die ausgewählten unterschiedlichen Biomarker auch wirklich gemeinsam auf einer Zelle vorhanden sind.
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Novartis kauft wieder ein und die kalifornische Excellergy für bis zu 2 Mrd. Dollar. Der Antikörper Exl-111 soll die Allergie-Pipelinestärken und über den bisherigen Standard hinausgehen. Der Deal ist Teil einer Serie von Zukäufen, mit denen der Konzern seine Innovationsbasis gezielt ausbaut.
Eine Firmenübernahme unter US-Unternehmen macht eine Schweizer Investmentgesellschaft froh und zeigt zugleich, wie die Übernahmewelle immer stärker durch das Pharmahaifischbecken schwappt. Wer sich hier strategisch richtig aufgestellt hat mit den nun besonders gesuchten klinischen Programmen innerhalb des eigenen Portfolios, kann gerade eine schöne Ernte einfahren, obwohl der Frühling noch nicht einmal richtig begonnen hat.
Tierversuche oder Organoide, das ist immer öfter die Frage und fast schon scheint sie zugunsten der Organoide beantwortet zu sein. Doch für die validen Modellsysteme ist noch Forschung nötig und eben: Validierung. Das wollen auch immer mehr große Pharmafirmen hinbekommen, sei es durch die Übernahme entsprechender Start-ups oder gleich durch ein eigenes Forschungszentrum, so wie Roche gerade eines in Basel eröffnet hat.
Die Wirtschaftsregion Basel behauptet sich trotz globaler Unsicherheiten als gefragter Standort. Wie die Standortförderagentur Basel Area Business & Innovation mitteilt, wurden 2025 insgesamt 38 Unternehmen bei der Ansiedlung unterstützt – das zweitbeste Ergebnis in der Geschichte der Organisation.
Frühe Daten aus der klinischen Entwicklung der DARPin-Moleküle von Molecular Partners in Kombination mit Radioisotopen zeigen eine zielgenaue Verteilung am Tumor. Mit dem Einschwenken auf die Radioliganden-Bewegung haben sich die Schweizer zwar in einen bereits fahrenden Zug gesetzt, geben der eigenen Technologieplattform damit aber einen frischen Impuls. Der Wirksamkeitsnachweis steht jedoch noch aus.
Nach schwierigen Zeiten im Biotechnologiesektor hat die Schweizer Beteiligungsgesellschaft BB Biotech AG 2025 ein deutliches Comeback geschafft. Der Geschäftsbericht weist eine starke Performance, umfangreiche Wertrealisierungen im Portfolio und einen markant gestiegenen Jahresgewinn aus. Im Vergleich zu 2024 und den Jahren zuvor fällt die Verbesserung erheblich aus – sowohl operativ als auch kapitalmarktseitig.
Die Zürcher Onkologie-Firma Araris Biotech AG hat eine Forschungskooperation mit Optionsvereinbarung zur Lizenzierung mit der japanischen Chugai Pharmaceutical geschlossen, einer Roche-Tochter. Ziel der Zusammenarbeit ist die Entwicklung von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADCs) der nächsten Generation auf Basis der firmeneigenen AraLinQ™-Linker- und Konjugationstechnologie. Doch Araris ist selbst mittlerweile japanisch und eine 100%ige Tochter von Taiho Pharma, die zur Otsuka-Gruppe gehört. Geforscht wird weiterhin in Zürich – so sichtbar, dass die Gebrüder Strüngmann im vergangenen Jahr einen Preis an die Firmengründer verliehen.
Der australisch-schweizerische Plasmaspezialist CSL setzt bei rekombinanten polyklonalen Immunglobulinen (IgG) auf Technologie aus der Schweiz. Mit Memo Therapeutics hat das Unternehmen eine Kooperations- und Optionsvereinbarung über ein Gesamtvolumen von bis zu 265 Mio. CHF geschlossen. Für Memo sind das gute Nachrichten, doch auch CSL kann nach heftigem Stellenabbau etwa in Marburg auch einmal andere Schlagzeilen gut gebrauchen.
Es könnte als Warnschuss für die Konkurrenz verstanden werden, wenn die Schweizer Lonza mit ihren sehr guten Geschäftszahlen zugleich betont, sich noch stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren zu wollen. Zudem wird in der Schweiz mit etwas Sorge gesehen, dass das Unternehmen die zukünftigen strategischen Investitionen nur noch im Ausland plant. Vielleicht rutscht deshalb – trotz guter Bilanz – der Kurs um einige Franken nach unten.

Chen SK et al, Nature Biotechnology (2026). https://doi.org/10.1038/s41587-026-03044-0
Novartis
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Dr. Mike Nikolaev, Roche Institute of Human Biology & EPFL
Raphael Alu für Basel Area Business and Innovation
Molecular Partners AG
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Athos Holding
Memo Therapeutics AG
Lonza Gruppe