Zahltag: Evotec bekommt 40 Mio. US-Dollar von BMS

Die Hamburger Evotec SE (Frankfurter Wertpapierbörse: EVT, NASDAQ: EVO) erhält 40 Mio. US-Dollar und möglicherweise weitere Meilensteinzahlungen von Bristol Myers Squibb. Denn das US-amerikanische Unternehmen hat die Option aus der bestehenden Entwicklungspartnerschaft gezogen und eine exklusive globale Lizenzvereinbarung abgeschlossen. 

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In Hamburg klingelt die Kasse bei Evotec. Die Partnerschaft mit Bristol Myers Squibb im Bereich Neurodegeneration war im Jahr 2016 geschlossen worden und wurde "wegen Erfolgs" im Frühjahr dieses Jahres um weitere acht Jahre verlängert.

Mit der Lizenzvereinbarung wählt Bristol Myers Squibb eine nicht genannte Anzahl an Programmen, die nun im Rahmen der erweiterten Zusammenarbeit weiterentwickelt werden. Evotec erhält eine Zahlung in Höhe von 40 Mio. US-Dollar, leistungsbasierte Meilensteinzahlungen sowie gestaffelte Lizenzgebühren bis zum niedrigen zweistelligen Prozentsatz auf Produktverkäufe.

Dr. Cord Dohrmann, Chief Scientific Officer von Evotec, kommentierte:„Diese Lizenzvereinbarung wird unsere gemeinsame Programm-Pipeline, die auf eine Vielzahl an neurodegenerativen Erkrankungen abzielt, weiter stärken. Wir sind zuversichtlich, dass die enge Zusammenarbeit der erfahrenen Teams von Evotec und Bristol Myers Squibb neuartige, innovative Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit einem breiten Spektrum neurodegenerativer Erkrankungen zur Verfügung stellen wird.”

Evotec und Bristol Myers Squibb wollen gemeinsam krankheitsmodifizierende Wirkstoffe für eine Vielzahl neurodegenerativer Erkrankungen entwickeln, denn aktuell zugelassene Medikamente erreichen nur eine kurzfristige Linderung der Symptome. Es gibt einen hohen ungedeckten medizinischen Bedarf an Therapieoptionen, die das Fortschreiten neurodegenerativer Erkrankungen verlangsamen oder umkehren.
Diese Partnerschaft nutzt Evotecs modalitätsagnostische Plattformen für Präzisionsmedizin, die durch auf Stammzellen basierende In-vitro-Modelle mit der Wirkstoffentwicklung sehr nahe am menschlichen Organismus starten. Im Rahmen der bisherigen Zusammenarbeit wurde bereits erfolgreich eine Programm-Pipeline von der Wirkstoffentdeckung bis zur Präklinik generiert. Ein erstes Programm, BMS-986419 oder EVT8683, das auf eIF2b abzielt (Guanin-Nukleotid-Austauschfaktor für den eukaryotischen Initiationsfaktor 2, dem eine Rolle bei der Antwort auf "Stress" zugesprochen wird), wurde nach der erfolgreichen IND-Anmeldung bei der FDA im September 2021 durch Bristol Myers Squibb einlizenziert und ist in die klinische Phase I vorangeschritten.

Auch bei der amerikanischen Tochtergesellschaft Just-Evotec Biolgics läuft es. Die Firma hat kürzlich vom US-amerikanischen Verteidigungsministerium einen Auftrag im Wert von bis zu 74 Mio. US-Dollar erhalten. Die Evotec-Tochter soll auf monoklonalen Antikörpern basierende Arzneimittel-Prototypen gegen Orthopoxviren entwickeln.

Vivoryon floppt mit Alzheimerwirkstoff

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