
Amgen wählt Disco Pharma als Partner in Millionendeal
Das neue Jahr startet bei der Kölner Disco Pharma wie das alte endete: mit einer schlagzeilenträchtigen Meldung. Vor dem Jahreswechsel war es ein beachtlicher Aufschlag zur Finanzierungsrunde gewesen, nun folgt eine ebenso beachtliche Kollaborationspartnerschaft mit dem US-amerikanischen Biotech-Pionier Amgen, die bis zu 618 Mio. US-Dollar wert werden kann.
Die DISCO Pharmaceuticals GmbH setzt kurz nach einer umfangreichen Finanzierungsrunde von insgesamt 36 Mio. Euro ein nächstes strategisches Signal: Das Kölner Unternehmen hat mit Amgen eine exklusive Lizenzvereinbarung zur Entwicklung neuartiger, gegen Oberflächenstrukturen von Krebszellen gerichtete Therapien geschlossen. Die Zusammenarbeit dürfte dem Unternehmen zusätzliche Sichtbarkeit verschaffen – auch im Umfeld der JP Morgan Healthcare Conference, die in diesen Tagen die internationale Community in San Francisco versammelt.
Amgen erhält die weltweiten Entwicklungs- und Vermarktungsrechte an Wirkstoffprogrammen gegen ein neu identifiziertes Krebsziel, das mithilfe der firmeneigenen Surfaceome-Mapping-Plattform von Disco Pharma entdeckt wurde. Für Disco umfasst der Deal ein potentielles Gesamtvolumen von bis zu 618 Mio. US-Dollar zuzüglich umsatzabhängiger Lizenzzahlungen bei einer möglichen Zulassung. Aber das ist die weit entfernte Zukunftsmusik, die die Melodie solcher Deals seit vielen Jahren prägt. Wie viel an Vorabzahlung oder näherliegenden Meilensteinzahlungen für Disco das tägliche Leben leichter machen wird, wurde nicht mitgeteilt.
„Diese Vereinbarung belegt das Potential unserer Surfaceome-Mapping-Technologie, klinisch relevante Angriffspunkte auf der Oberfläche von Krebszellen zu identifizieren“, sagte CEO Mark Manfredi. „Gemeinsam mit Amgen wollen wir diese biologischen Erkenntnisse in innovative Therapien übersetzen und die Entwicklung für Patienten deutlich beschleunigen.“
Disco Pharma wurde aus der Universität zu Köln ausgegründet und folgt der Forschungsarbeit von Roman Thomas (Gründer und ehemaliger CEO), die Zelloberflächen-Proteomik mit datengetriebener Protein-Community-Analyse kombiniert, um bislang schwer zugängliche Zielstrukturen zu erschließen sowie neuentdeckte Charakteristika spezifischer Krebszelloberflächen als Ziele zu evaluieren. Die eigene Pipeline konzentriert sich derzeit auf Programme bei kleinzelligem Lungenkrebs und mikrosatellitenstabilem Darmkrebs.
Die US-amerikanische Amgen geht das neue Jahr mit großem Tempo an. Neben dem Deal mit Disco sorgte das traditionsreiche kalifornische Biotech-Unternehmen gerade mit der Übernahme von DarkBlue Therapeutics aus Oxford, UK, für Aufsehen. Auch dort ist eine sehr frühe wissenschaftliche Entwicklung – der gezielte Abbau von Zielmolekülen – in den Fokus der US-Amerikaner geraten. Dass hiervon auch die Hamburger Evotec profitiert, ist dann wieder eine andere Geschichte…


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