Evanium Healthcare GmbH / BioPark Regensburg GmbH

Evanium: Vom Anti-Kater-Ansatz zur Plattform für funktionelle Inhaltsstoffe

Die Regensburger Evanium Healthcare GmbH hat eine Seed-Finanzierungsrunde über 2,2 Mio. Euro abgeschlossen und stellt sich strategisch breiter auf. Investoren wie FoodLabs und Feast Ventures unterstützen den Ausbau einer Technologieplattform, die ein zentrales Problem vieler Nahrungsergänzungsmittel adressiert: ihre geringe Bioverfügbarkeit.

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Gegründet 2019 im BioPark Regensburg, startete Evanium ursprünglich mit einem klar umrissenen Ziel: einem Ansatz zur Reduktion alkoholbedingter Belastungen. Das Unternehmen wollte die negativen Effekte von Alkoholkonsum abmildern – ein Ansatz, der durch Patente abgesichert wurde, und sicherlich auf großes Interesse gestoßen wäre. Es gab jedoch schlicht ein Verbot der Zulassungsbehörden im frühen Stadium, überhaupt auch nur an eine „Anti-Kater-Pille“ denken zu wollen, so dass sich dieser Ansatz nicht als langfristiger strategischer Fokus durchsetzte. Eine Art Lizenz zum exzessiven Alkoholismus mit anschließender Kater-weg-Hilfe für die Polizeikontrolle und das berüchtigte Pusten ins Röhrchen schien beim zweiten Blick doch keine so gute Idee mehr zu sein.

Statt Alkoholkontrolle lieber Nahrungsergänzungsmittel

Eine erste Finanzierung mit einigen Hundertausend Euro im Jahr 2023 führte dann schon zu einer anderen Idee. Stattdessen erfolgte nun ein konsequenter Schwenk hin zu funktionellen Inhaltsstoffen und Nahrungsergänzungsmitteln. Im Zentrum steht heute die firmeneigene OPTISOLV®-Technologie, die die Löslichkeit und Aufnahme pflanzlicher Wirkstoffe deutlich verbessert. Mithilfe eines Dual-Coating-Systems aus Cyclodextrin-Kern und Phospholipidhülle werden Inhaltsstoffe stabilisiert und in eine besser verfügbare Form gebracht. Denn trotz hoher Preise liefern viele Nahrungsergänzungsmittel nur einen Bruchteil der versprochenen Wirkung, da ein Großteil der enthaltenen Wirkstoffe vom Körper kaum aufgenommen werden können.

Gerade bei schwer löslichen Substanzen wie Curcumin lassen sich so erhebliche Effizienzgewinne erzielen. Dies hat schon eine Partnerschaft mit dem Spezalisten für pflanzliche Zusatzstoffe, Hevert Arzneimittel, eingebracht und ein gemeinsames erstes Curcumin-Produkt auf Basis der Technologie. Mit dem frischen Kapital von 2,2 Mio. Euro unter anderen von FoodLabs aus Berlin und Feast Ventures aus München will Evanium nun die klinische Validierung vorantreiben, das Portfolio erweitern und international wachsen. Den ersten Schritten in Richtung Markt mit Hevert Arzneimittel sollen dann bald weitere folgen. Im Zuge dieser Entwicklungen ist das Unternehmen heute schon auf 12 Mitarbeiter angewachsen und hat alleine im laufenden Jahr schon zwei Tonnen Material zur Verfügung gestellt, was die industrielle Reife belege, so das Unternehmen.

Damit positioniert sich Evanium zunehmend als Technologiepartner für die Lebensmittel-, Supplement- aber auch Pharmabranche – und in einem breiteren Markt für gesundheitsbezogene Inhaltsstoffe. Ob die Anti-Katerpille noch irgendwo in der Schublade schlummert, bleibt bis auf Weiteres wohl Firmengeheimnis.

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