Raphael Alu für Basel Area Business and Innovation

Windward Bio findet 165 Mio. US-Dollar für chinesische Pipeline

Die Basler Windward Bio sichert sich 165 Mio. Dollar für lange wirksame Immuntherapien. Lead-Kandidat WIN378 startet Phase III, weitere Programme folgen – erste klinische Daten werden ab 2026 erwartet.

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Das Basler Biotech-Unternehmen Windward Bio hat eine aufgestockte Finanzierungsrunde über 165 Mio. US-Dollar abgeschlossen und treibt damit den Ausbau seiner Pipeline für langwirksame Immuntherapien voran. Die sogenannte Crossover-Finanzierung wurde von OrbiMed angeführt, weitere neue Investoren sind unter anderem RA Capital Management, Janus Henderson Investors und Sanofi Ventures.

Start mit 200 Mio. US-Dollar und Hilfe aus China

Mit dem frischen Kapital will das Unternehmen vor allem seine beiden klinischen Programme beschleunigen. Der führende Kandidat WIN378, ein langwirksamer Antikörper gegen den Entzündungsmediator TSLP, befindet sich derzeit in einer Phase II/III-Studie bei Asthma. Erste Daten werden für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet, der Start einer Phase III-Studie ist für das vierte Quartal geplant. Parallel soll im zweiten Quartal eine Phase II-Studie bei COPD  beginnen.

Ein zentrales Differenzierungsmerkmal von WIN378 ist die angestrebte sehr lange Wirkdauer, die eine nur halbjährliche Verabreichung ermöglichen könnte. Damit positioniert sich das Programm im Wettbewerb um neue Biologika gegen chronische Atemwegserkrankungen.

Das zweite Programm, WIN027, zielt als bispezifischer Antikörper gleichzeitig auf TSLP und Interleukin-13 ab. Der Kandidat wird derzeit in einer Phase I-Studie geprüft, erste Daten werden bis Ende 2026 erwartet. Anschließend sind mehrere klinische Studien in Atemwegs- und dermatologischen Indikationen geplant. Für diese Wirkstoffe hat Windward Bio einen Lizenzvertrag mit den chinesischen Unternehmen Kelun-Biotech und Harbour BioMed abgeschlossen.

Erfahrung, Geld, China … – ein neues Biotech-Modell?

Seit seiner Gründung Anfang 2025 hat Windward Bio nach eigenen Angaben bereits rund 365 Mio. US-Dollar eingeworben und zwei klinische Programme lizenziert. Die aktuelle Finanzierung soll die Kapitalreichweite deutlich verlängern und mehrere klinische Datenpunkte innerhalb der kommenden zwölf Monate ermöglichen.

Der Schritt unterstreicht das anhaltende Interesse spezialisierter Investoren an innovativen Immunologie-Ansätzen, insbesondere an Wirkstoffen mit verlängerter Halbwertszeit, die eine seltenere Dosierung und damit potenziell bessere Therapietreue versprechen. Zudem spielt das Team, der Erfahrungsschatz und die Erfolgsbilanz eine große Rolle, um solche Investoren gleich zu einer größeren Summe zu bewegen, die dazu dient, die nötige Beschleunigung für die heißlaufende chinesische Innovationsmaschine erreichen zu können. Denn wenn dort einige Firmen interessante Wirkstoffe lizenziert haben, stehen an der nächsten Ecke Firmen mit noch innovativeren Angeboten. Hier mitzuhalten ist eine Herausforderung für die westliche Welt. Ob die Strategie sowohl klinisch als auch markttechnisch überhaupt funktionieren wird, muss sich zudem erst erweisen.

Dass Investoren auf diesen Zug aufspringen wollen, vielleicht auch müssen, da dort auch gerade das Geld in weiteren Partneringdeals oder in Firmenverkäufen (siehe den Aufkauf von Biotheus durch die Mainzer BioNTech) hereingeholt werden kann, gibt dem ganzen Biotech-Ökosystem zumindest neuen Schwung – in der Region Basel, aber auch darüber hinaus.

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