
CorTec erreicht nächsten Meilenstein
Hoffnung für Schlaganfallpatienten: Im Rahmen der von der FDA genehmigten Studie mit Schlaganfallpatienten wurde am Haborview Medical Center in Seattle zum zweiten Mal ein Brain-Computer-Interface-(BCI)-System beim Menschen implantiert. Er soll dem Gehirn helfen, motorische Funktionen wiederzuerlernen. Entwickelt und hergestellt wird das BCI-System von der CorTec GmbH in Freiburg.
Bereits im vergangenen Jahr hatte ein Patient in Seattle das Brain-Computer-Interface (BCI)-System erhalten, das von der Freiburger CorTec GmbH entwickelt und hergestellt wurde. Seine guten Rehabilitationsergebnisse ermutigten die US-amerikanischen Mediziner und das CorTec-Team nun, das BCI-System einem weiteren Studienteilnehmer einzusetzen. Dieser Eingriff fand Anfang Februar im Harborview Medical Center in Seattle statt, einem zentralen Standort der University of Washington School of Medicine, im Rahmen einer von der FDA erteilten Investigational Device Exemption (IDE).
Die vollständig implantierbare, drahtlose Gehirn-Computer-Schnittschnelle von CorTec zeichnet kontinuierlich die Gehirnaktivität auf und gibt aufgrund der Signale in Echtzeit gezielt elektrische Impulse ab. Diese elektrische Stimulation der Großhirnrinde soll dem Gehirn helfen, die durch den Schlaganfall verlorengegangenen motorischen Fähigkeiten der oberen Extremitäten wiederzuerlernen. Das ist zumindest der neuartige Ansatz der Freiburger: Die Neuroplastizität des Gehirns auf diese Weise zu fördern und zu untersuchen, ob einmal verlorene Funktionen tatsächlich wiedererlernt werden können.
Und die vorliegenden Ergebnisse bei den Patienten, die bisher das CorTec-BCI eingesetzt bekamen, deuten darauf hin. Nun sollen weitere Teilnehmer am Harborview Medical Center in die Studie aufgenommen werden, die durch die National Institutes of Health gefördert wird.
Als einen bedeutenden Meilenstein für die unternehmenseigene Technologie und den Fortschritt des klinischen Entwicklungsprogramms bezeichnet CorTec-CEO Dr. Frank Desiere den erfolgreichen zweiten Eingriff. Noch wichtiger sei es jedoch, eine neue Klasse von Therapien zu realisieren, die die Behandlungsergebnisse für Patienten mit neurologischen Erkrankungen nachhaltig verbessern könnten. Gleichzeitig schafften CorTec und seine Mitstreiter die Grundlage für die nächste Phase der klinischen und technologischen Entwicklung.

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