Fresenius SE

Fresenius baut Beteiligung an FMC weiter ab

Fresenius verkauft rund 7,8 Mio. Aktien von Fresenius Medical Care (FMC) an institutionelle Investoren und entflechtet das bisherige Firmenkonglomerat weiter. Die rund 25% Anteil am Nierendialyse-Spezialist werden nun als "Finanzinvestition" behandelt.

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Die Aktien entsprechen rund 2,9% des FMC-Grundkapitals und haben einen Wert von etwa 300 Mio. Euro. Nach der Transaktion hält Fresenius noch rund 25% an FMC und bleibt größter Aktionär.

Der Verkauf ist Teil der unter #FutureFresenius verfolgten Transformation. Fresenius will mit dem Nettoerlös die Nettoverschuldung reduzieren und Kapital für Investitionen in seine Wachstumsplattformen freisetzen. Seit der Entkonsolidierung von FMC im Jahr 2023 behandelt Fresenius die Beteiligung als Finanzinvestition.

Für das dritte Quartal 2026 erwartet Fresenius aus der Transaktion einen Buchgewinn im niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die verbleibenden Anteile unterliegen einer Sperrfrist von bis zu 45 Tagen.

Fresenius trennt sich weiter von FMC

Fresenius ist nach der Entkonsolidierung von Fresenius Medical Care (FMC) im Jahr 2023 heute deutlich schlanker aufgestellt. Das operative Geschäft konzentriert sich im Wesentlichen auf die beiden Bereiche Fresenius Kabi und Fresenius Helios. FMC ist dagegen ein eigenständiger börsennotierter Dialysespezialist und wird bei Fresenius nur noch als Finanzbeteiligung geführt.

Fresenius Kabi bündelt Arzneimittel, Biopharmazeutika, klinische Ernährung und Medizintechnik. Das Unternehmen ist insbesondere auf die Versorgung chronisch und kritisch kranker Patienten ausgerichtet. Zu den Medizintechnik-Geschäften gehören unter anderem Produkte für Infusion, Transfusion und extrakorporale Therapien. 2025 erzielte Kabi einen Umsatz von 8,6 Mrd. Euro. Wachstumstreiber waren insbesondere MedTech, Ernährung und Biopharma.

Der zweite operative Pfeiler ist Fresenius Helios mit dem Krankenhausgeschäft in Deutschland und Spanien. Helios Deutschland betreibt mehr als 80 Kliniken; in Spanien ist Fresenius über Quirónsalud aktiv. Helios kam 2025 auf einen Umsatz von 13,55 Mrd. Euro.

FMC ist dagegen auf die Nierenmedizin spezialisiert. Das Geschäft umfasst sowohl die Behandlung von Dialysepatienten als auch die dafür benötigte Medizintechnik. FMC gliedert sich in die drei Bereiche Care Delivery, Care Enablement und Value-Based Care. Care Delivery umfasst vor allem den Betrieb von Dialysekliniken, während Care Enablement Dialysegeräte, Dialysatoren, Blutleitungen und weitere Verbrauchsmaterialien bereitstellt. Value-Based Care bündelt integrierte Versorgungsmodelle, vor allem in den USA.

FMC ist alleine groß genug

FMC ist trotz der inzwischen gelockerten Verbindung zu Fresenius selbst ein sehr großer Gesundheits- und Medizintechnikkonzern. 2025 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von rund 21,5 Mrd. Euro. FMC behandelte weltweit rund 300.000 Dialysepatienten und betrieb mehr als 3.600 Dialysekliniken. Das Unternehmen beschäftigte mehr als 110.000 Menschen weltweit.

Damit ist FMC gemessen an Umsatz und Beschäftigten deutlich größer als Fresenius Kabi allein und ungefähr auf Augenhöhe mit dem heutigen Fresenius-Konzern, wenn man dessen 2025er Umsatz von 22,6 Mrd. Euro betrachtet. Allerdings ist der Vergleich nur eingeschränkt sinnvoll: Fresenius erzielt diesen Umsatz mit zwei sehr unterschiedlichen Geschäften – Kabi und Helios –, während FMC hochgradig auf die Nierenmedizin konzentriert ist.

Auch aktuell ist FMC stark vom US-Markt abhängig. Im zweiten Quartal 2026 setzte das Unternehmen 4,86 Mrd. Euro um; gleichzeitig gingen die organischen Behandlungsvolumina in den USA um 0,9% zurück. FMC bestätigte deshalb seine Jahresprognose, die für 2026 von einem weitgehend stagnierenden Umsatz und einer Entwicklung des operativen Ergebnisses im mittleren einstelligen Prozentbereich nach oben oder unten ausgeht.

Strategisch lässt sich die Entwicklung daher als konsequente Auflösung der früheren Fresenius-Struktur lesen: Das einstige Konglomerat aus Krankenhausgeschäft, Kabi und Dialyse wird zunehmend zu einem fokussierten Gesundheitskonzern auf der einen Seite, während FMC als eigenständiger globaler Dialyse- und Medizintechnikkonzern auf eigenen Beinen steht.

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