
Klee-Preisträger 2026 stehen fest
Drei Gewinner überzeugten im Wettbewerb um den diesjährigen Preis der Stiftung Familie Klee mit ihren innovativen Ideen zur KI-gestützten Überwachung von Frühgeborenen, zu neuartigen Sensoren für die Steuerung von Exoskeletten sowie mit energieeffizienter Chiparchitektur für die Signalverarbeitung von EKG-Daten. Die Preisverleihung findet im Oktober statt.
Im Herbst werden drei Nachwuchswissenschaftler aus dem Bereich Medizintechnik mit dem Preis der Stiftung Familie Klee geehrt. Die Auszeichnung wird jährlich gemeinsam mit Deutschen Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE (VDE DGBMT) vergeben.
Berührungsfreie Frühgeborenen-Überwachung
Den ersten Platz belegte Dr.-Ing. Simon Lyra (RWTH Aachen) für ein KI-basiertes, berührungsloses und damit sanfteres Monitoring von Frühgeborenen. Dafür verbindet Lyra moderne Kameratechnik und eine KI-gestützte, automatisierte Erfassung und Analyse von Herzschlag, Atmung, Temperatur und Bewegungen. Dafür erhält Lyra ein Preisgeld in Höhe von 6.000 Euro. Um den Ansatz in der klinischen Praxis zu nutzen, sind jedoch noch weitere Schritte und Studien notwendig. Für den Gewinner geht es nun in der Unternehmenspraxis weiter. Gemeinsam mit Kollegen hat er ein Start-up gegründet, das Automatisierungslösungen für Handwerksbetriebe entwickelt.
Neuartige Sensoren für Exoskelett-Steuerung
Für die Wissenschaft hat sich dagegen der Zweitplatzierte Dr.-Ing. Bastian Latsch von der Technischen Universität Darmstadt entschieden. Er überzeugte mit seiner Doktorarbeit, in der er gemeinsam mit Sportwissenschaftlern, Maschinenbauern und Medizinern untersuchte, wie neue Wandlertechnologien dazu beitragen können, die Steuerung von Assistenzsystemen wie Prothesen oder Exoskelette zu verbessern. Er entwickelte piezoelektrische, 3D-druckbare Sensoren zur verbesserten Steuerung von Prothesen und Exoskeletten, die Bewegungsabsichten teils früher erkennen als herkömmliche EMG-Systeme. Das Preisgeld beträgt 4.000 Euro.
Kompaktes Chipdesign
Den dritten Platz und damit ein Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro gewann Dr.-Ing. Ingo Hoyer (Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS in Duisburg) für ein kompaktes Chipdesign zur KI-gestützten Auswertung von Biosignalen. Die Herstellung von Chips ist zumeist erst ab Stückzahlen von mehreren 100.000 profitabel. In der Medizintechnik liegen die Stückzahlen jedoch mit 1.000 bis 5.000 weit darunter. Hoyer und seine Kollegen haben nun eine Lösung gefunden. Sie nutzen statt der üblichen speicherbasierten Verfahren Logikzellen. Dadurch lässt sich ein kompakter Chip entwickeln, der mit wenig Energie auskommt und über einen Zeitraum von mehreren Wochen zuverlässig Anomalien im Signal erkennt. „Da wir ähnliche Algorithmen auf der gleichen Schaltung abbilden können, eignet sich so ein Chip für verschiedene Krankheitsbilder und lässt sich ohne viel Aufwand neu konfigurieren.“
In diesem Jahr findet die Preisverleihung am 6. Oktober auf der 60. Jahrestagung der DGBMT in Augsburg statt.

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