InhalPlus

NBank Capital investiert in InhalPlus

Die Fraunhofer-Ausgründung InhalPlus konnte ihren ersten Investor gewinnen. Mit 500.000 Euro beteiligt sich die NBank Capital GmbH an dem hannoverschen Unternehmen, das mit seinem Bypass-System die Versorgung von Frühgeborenen mit Medikamenten über die Atemwege verbessert.

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Bei Frühgeborenen, die auf der Intensivstation Unterstützung beim Atmen benötigen, hält ein leichter Überdruck die Atemwege über kleine Nasenstücke offen. Dabei kommt es in zahlreichen Fällen zu Lungenproblemen, die mit Hilfe von inhalierten Medikamenten behandelt werden. Allerdings geht beim Weg durch den Beatmungskreislauf ein Großteil des Medikaments verloren. Das Aerosol verdünnt sich im Atemgas, lagert sich in Schläuchen ab oder verschwindet über Leckagen.

Hier setzt das Team der InhalPlus GmbH an, die im August dieses Jahres aus dem Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin ITEM hervorgegangen ist. Ihr auf Basis von Fraunhofer-Patenten entwickeltes Bypass-System zweigt einen kleinen Teilstrom aus dem Beatmungskreislauf ab, reichert ihn außerhalb des Hauptgasstroms mit dem Medikament an und gibt ihn direkt an der Nase des Kindes ab. Die Atemunterstützung läuft dabei ohne Unterbrechung weiter. In Laboruntersuchungen mit einem Frühgeborenen-Atemsimulator erreichte das System eine bis zu achtfach höhere inhalierte Dosis als das klinische Standardsystem.

„Ein Frühgeborenes atmet mit jedem Atemzug nur wenige Milliliter ein. Bisher geht oft der größte Teil eines inhalierten Medikaments auf dem Weg in die Lunge verloren“, sagt Dr. Felix Carl Wiegandt, Mitgründer und Geschäftsführer von InhalPlus. „Unser System ist darauf ausgelegt, dass das Medikament auch bei den kleinsten Patientinnen und Patienten dort ankommt, wo es wirken soll: in der Lunge. Mit NBank Capital haben wir einen Partner an unserer Seite, der weiß, dass Medizintechnik einen langen Atem braucht.“

Die NBank Capital, Beteiligungsgesellschaft der landeseigenen Förderbank NBank, beteiligt sich mit 500.000 Euro an InhalPlus. Ein Teil des Geldes fließt in die Weiterentwicklung des klinischen Prototypen zu einem serienfähigen Produkt. Ein weiterer in die Erarbeitung der regulatorischen Unterlagen für die spätere Zertifizierung als Medizinprodukt und in die Vergrößerung des Teams. Zugleich dient das Geld als Eigenanteil für öffentliche Förderprogramme.

Einsatz an Frühgeborenen Anfang 2027

Eine Proof-of-Concept-Studie ist für Anfang 2027 geplant. Dann soll das System in neonatologischen Zentren erstmals bei Frühgeborenen eingesetzt werden. Die Studie wird gefördert vom IBT Lower Saxony, dem Institute for Biomedical Translation von Niedersachsen.next, aus dem Programm „zukunft.niedersachsen“ des Landes Niedersachsen und von der VolkswagenStiftung.

Ab 2029 soll das System in der DACH-Region auf den Markt kommen, zunächst in ausgewählten Kliniken. Auch der Einsatz in der Atemtherapie bei Erwachsenen wäre in Zukunft denkbar.

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