Nach mehr als 100 Jahren steht die Impfstoffproduktion in Dresden vor dem Aus. GSK will die Herstellung von Grippeimpfstoffen am sächsischen Standort beenden und im kanadischen Ste-Foy konzentrieren. Man wolle sich auf mRNA-Impfstoffe konzentrieren, heißt es. Rund 650 Beschäftigte sind betroffen. Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Europa seine pharmazeutische Produktion eigentlich stärken will.
Die Europäische Investitionsbank (EIB) stellt der Ethris GmbH 30 Mio. Euro zur Verfügung, um den mRNA-Kandidaten ETH47 weiter klinisch zu entwickeln. Der Münchner RNA-Spezialist arbeitet bereits seit mehreren Jahren an dem breit angelegten antiviralen Ansatz. Dass nun ausgerechnet die EIB einsteigt, zeigt aber auch das Dilemma der Pandemievorsorge: Der gesellschaftliche Nutzen eines Breitband-Antivirals ist groß, der kommerziell kalkulierbare Markt dagegen schwerer zu greifen.
Die EU-Kommission hat grünes Licht für eine staatliche Förderung des geplanten neuen Sanofi-Insulinwerks in Frankfurt gegeben. Nun darf Deutschland 400 Mio. Euro zur 2 Mrd. Euro-Investition in die Insulinproduktion am Main zuschießen.
Der HAE-Wirkstoff Deucrictibant, der ursprünglich aus der Wirkstoffforschung von AnalytiCon Discovery stammt, entwickelt sich für BRAIN Biotech zu einem lukrativen Asset. Nach positiven Phase III-Daten von Pharvaris erhält BRAIN nun 11,51 Mio. Euro von Royalty Pharma. Weitere Millionen könnten folgen.
Novartis muss einen weiteren Rückschlag in seiner Pipeline verkraften: Der AOC-Kandidat del-desiran hat in der Phase III-Studie HARBOR bei Myotoner Dystrophie Typ 1 (DM1) den primären Endpunkt verfehlt. Eine statistisch signifikante Verbesserung der Handfunktion gegenüber Placebo wurde nicht erreicht.
Wirkstoffe ins Gehirn: YUMAB und ISAR Bioscience wollen den Transferrin-Rezeptor nutzen, um Biologika über die Blut-Hirn-Schranke zu schleusen. Die Kooperation reiht sich in einen wachsenden Wettlauf um BBB-Shuttles ein – denn wer den Transportweg ins Gehirn beherrscht, könnte neue Wirkstoffklassen für neurologische Erkrankungen erschließen.
Nordrhein-Westfalen legt ein ungewöhnlich großes Forschungsprogramm auf: Mit 200 Mio. Euro will das Land seine sieben Universitätskliniken und die TU Dortmund zu einem KI-Netzwerk für die Krebsmedizin verbinden. Die Summe gehört damit zu den größten thematischen Forschungsinvestitionen eines einzelnen Bundeslandes.
Wer nicht eng mit dem Scienc4Life-Wettbewerb in Hessen verbunden ist, hat es womöglich nicht mitbekommen: dieser mit gut drei Jahrzehnten Laufzeit besonders traditionelle Businessplan-Wettbewerb wird überraschend nicht fortgeführt. Dafür hatte es im Frühsommer noch keinerlei Anzeichen gegeben. Eine fehlende Unterschrift des Hauptsponsors bedeutete jedoch das Ende.
Novartis zahlt potenziell 3,2 Mrd. US-Dollar für einen Zugang zu Alteogens Plattform für subkutane Arzneimittel. Dahinter steckt mehr als Patientenkomfort: Delivery-Technologien werden zu einem wichtigen Instrument für Lifecycle-Management und neue Wirkstoffklassen.
In Wien war man auch Mitte August alles andere als untätig. Dort haben die Organoid-Experten von Heartbeat.bio mit Hilfe von zwei anderen Unternehmen eine nächste Stufe in der Validierung ihrer Analyseplattform erreicht. Geholfen haben dabei Molecular Device und Axxam.

GSK
Ethris GmbH
Thomas Lohnes / Sanofi
BRAIN Biotech AG
Novartis
Illustration YUMAB GmbH
Land NRW, Marius Becker
Screenshot
Basel Area Business & Innovation; Jean Jaques Schaffner
Heartbeat.Bio AG